Donnerstag, 31. Oktober 2013

Steffi Wichert hat Fotos mit Ihnen geteilt

Australien 2013 Fotos 31-10-2013
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Australien - NSW- Sydney

Wir sind zurück in Sydney und checken im Chilliblue ein. Das Hostel ist für unglaubliche 14$ pro Nacht zu haben, inklusive Frühstück und free WiFi. Der Nachteil ist jedoch, dass wir nicht alle im selben Zimmer sind was aber zu verschmerzen ist bei dem Preis.
Während Katharina und ich das gleiche Zimmer teilen, im obersten Geschoss und mit 10 statt mit 8 Personen, weil 2 Pärchen sich je ein Bett teilen genießt Alicia den „Luxus“ mit 6 Personen in einem Zimmer und im untersten Stockwerk zu sein. Allerdings wird sich die Zimmersituation in den kommenden 2 Wochen beinahe täglich ändern.
Da Adam, der Hostelmanager, die Hostel- Happyhour auf seiner Homepage immer nur für eine Nacht anbietet, buchen wir immer nur von einem auf den anderen Tag und können daher nicht immer im gleichen Zimmer bleiben. Aber später mehr hierzu.

Wir lernen direkt nette Leute kennen vor allem aber Rob, ein Holländer der in Bayern wohnt und Dan, ein Engländer der einfach mal ohne Geld nach Australien gereist ist und sich eigentlich nicht einmal das Hostel leisten kann. Dann gibt’s noch den „Nackten“ ein Deutscher der ebenfalls in unserem Zimmer ist, genau wie Rob übrigens. Warum der „Nackte“ diesen Namen erhalten hat wird hier aber nicht verraten :-). Außerdem ist da noch Nancy, ebenfalls aus Deutschland.

Wir genießen Sydney und das Großstadtflair sehr, vor allen Dingen nach unserer Couchsurf-Katastrophe.
So schlendern wir zum Circular Quay und Genießen die Aussicht auf die Oper und die Harbour Bridge. Schlendern weiter in „The Rocks“, den ältesten Stadtteil Sydneys und relaxen bei einem guten Lunch unter Sonne Sydneys.
Am Abend verabreden wir uns mit den Jungs zum Feuerwerk am Darling Harbour, welches dort jeden Samstag für großes Spektakel sorgt. Während die Jungs sich eigentlich für eine Patynacht mit ein paar anderen Mädels entschließen, machen wir uns auf den Weg zurück ins Hostel nachdem wir uns den Darling Harbour genauer angesehen haben. Zu unserer Überraschung werden wir jedoch bereits mit Drinks erwartet. Dan und Rob haben sich wohl doch gegen die große Party entschieden.

Am nächsten Tag entscheiden wir uns für eine Free Guided Tour durch Sydney, um die Stadt besser kennen zu lernen. Eine richtig gute Tour von einer Architektur Studentin aus Sydney, die uns mit ausreichend Insiderwissen versorgt und uns die schönsten Ecken der Stadt zeigt.
Und auch wenn es in Sydney nicht so warm ist wie wir uns es erhofft hatten, genießen wir es doch sehr.

Dann kommt auch schon Carolin, Katharinas Freundin von zuhause, an. Wir beziehen ein neues Zimmer und diesmal sind wir sogar alle im gleichen Raum.
Als wir dann nachmittags durch Sydney bummeln, laufen wir doch glatt in den Moritz aus der One Big Family in Merbein. Zufälle gibt’s die gibt’s nicht. Moritz ist gerade erst in Sydney angekommen und keine Ahnung wie viele Millionen Menschen da durch die Straßen rennen... Nun gut, wir verabreden uns jedenfalls mit ihm für den Abend in unserem Hostel, da dort jeden Abend Clubbing und ein Freigetränk angeboten wird.

Während Katharina und Carolin schwänzen und den Jetlag auskurieren, begeben Alicia und ich uns mit Moritz und den anderen Jungs auf die Piste. Natürlich nicht ohne vorher eine Goonbox zu leeren und Rob bringt auch noch den guten Captain Morgen an den Tisch...
Wir genießen auf jedenfall einen chilligen Abend in verschiedenen Clubs, enden jedoch schließlich in der World Bar, wo es uns am besten gefällt.
Die Tage in Sydney fliegen so dahin und wir vertreiben uns die Zeit mit Sight Seeing, der Organisation unserer Weiterreise und natürlich Clubbing am Abend mit den Jungs.
Wir machen Tagesausflüge nach Manly und Bondi Beach, besuchen verschiedene Märkte in Sydneys Suburbs und sind auch rechtzeitig für das Festival „Vivid Sydney“ vor Ort bei dem sämtliche Gebäude in verschiedensten Farben und Mustern beleuchtet werden.

Im Hostel müssen wir ungefair jeden morgen aus- und wieder einchecken, weil wir täglich neubuchen, um den günstigsten Zimmerpreis zu bekommen. Adam tut zwar so als sei er genervt, aber er hat ein Auge auf Alicia geworfen und labert ihr täglich ein Schnitzel an die Backe. So kennen wir am Ende unseres Aufenthaltes seine ganze Leidensgeschichte verflossener Frauen, bedeutenden Liebschaften und so weiter und so fort...

Unsere Planung für die Weiterreise gestaltet sich nicht so einfach. Wir rennen von einer Travel Agency zur nächsten und lassen uns Angebote machen. Jedoch sind unsere Vorstellungen so unterschiedlich, dass wir beschließen getrennt weiterzureisen. So entscheiden sich Katharina und Carolin für eine Reise im Campervan und Alicia und ich nehmen den Bus.

Bei der Recherche in einer der Agencys rennen wir ausgerechnet in Adam, der dort gerade mit einem dort arbeitenden Bekannten quatscht. Natürlich bindet er ihm auch auf die Nase, dass wir ja so nervig sind, weil wir jeden Tag neu buchen und er dadurch soviel mehr Arbeit hat.
Aber gut, dieser Bekannte lässt sich nicht allzu viel davon beeindrucken und macht uns ein gutes Angebot für den Bus und verschiedene Aktivitäten wie tauchen und segeln usw. auf unserer Reise an der Ostküste.
Zurück im Hostel wird uns jedoch ein Liebesbrief von Adam an der Rezeption überreicht. Der Inhalt sagt zusammengefasst ungefair: „Bucht bloß nicht mit einer Agency, fragt mich, ich garantiere euch ein besseres Angebot für alles was ihr machen wollt. Wenn es nicht besser ist, übernehme ich die Kosten!“ - Haha Alicia, dass ist dir zu verdanken :-)

Adam macht uns also ein Angebot und das für den Bus ist auch unschlagbar. Aber Alicia ist ein harter Verhandlungspartner und so schlagen wir auch noch ein unglaublich gutes Angebot für Schnorcheln und Tauchen im Outareef oben in Cairns raus. Wohooo!!! Außerdem bekommen wir den netten Tipp unseren Segeltörn auf den Whitsundays direkt mit der Agentur vor Ort zu buchen, weil da die günstigsten Preise zu bekommen sind.
Wir sind glücklich!!! Nach 2 Wochen Sydney, die uns außerordentlich gut gefallen haben, kann es endlich weitergehen.
Jedoch gilt es die letzten Tage nochmal richtig zu genießen nach all dem Planungsstress. Wir machen uns einen chilligen Tag in Surrey Hills und spazieren mit Nancy über die Harbour Bridge rüber zum Luna Park, bummeln durch den Luna Park und genießen von dort aus die allerbeste Aussicht auf Sydneys Skyline.
Dann steht noch das Championsleague Finale an. Da so viele Deutsche im Hostel sind, wird es dort übertragen, allerdings zu einer unmenschlichen Zeit. Morgens um 4.
Nachdem wir uns abends schon mit Nancy und den Jungs auf ein Weinchen zusammengesetzt hatten, fällt es uns richtig schwer nach einem kurzen Schläfchen noch einmal vor den Fernseher zu hocken. So schaffen wir auch nur in der ersten Halbzeit die Augen aufzuhalten und taumeln dann wieder ins Bett....Naja, meine Ahnung von Fussball hält sich ja eh in Grenzen ;-).

Und dann neigt sich unser Aufenthalt in Sydney auch dem Ende zu. Bei strömendem Regen verlassen wir das Chilliblue und begeben uns zur Premier Bus Station (die war gar nicht so einfach zu finden). Nähster Halt Coffs Harbour.

Bye bye Sydney!

Dienstag, 10. September 2013

Steffi Wichert hat Fotos mit Ihnen geteilt

Australien 2013 Fotos 10-9-2013
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Couchsurfing

Unter Couchsurfing ist zu verstehen, dass lokale Hosts (Gastgeber) in sämtlichen Ländern der Welt Reisenden eine Schlafgelegenheit zur Verfügung stellen. Dabei muss es sich aber nicht zwangsweise um eine Couch handeln. Hat der Reisende ein Glückshändchen, so bekommt er oftmals ein Bett oder gar ein eigenes Zimmer mit Bad en suit (dieses Glückshändchen hatten wir bereits in Fremantle) zur Verfügung gestellt. Das ganze ist für den Reisenden kostenlos und geschieht lediglich im Austausch gegen Hilfe im Haushalt oder der Zubereitung eines Mahls für den Gastgeber.
Die Gastgeber wiederum sind oftmals mehr als nur geneigt die Reisenden unter ihre Fittiche zu nehmen und ihnen die Sehenswürdigkeiten vor Ort näher zu bringen, um so mit stolzgeschwellter Brust verkünden zu können, dass sie dieses Fleckchen Erde Heimat nennen dürfen.
Für den Reisenden ergeben sich daraus die Vorteile zum einen natürlich Geld zu sparen und zum anderen, durch den Aufenthalt bei Einheimischen, die Kultur des jeweiligen Landes besser kennenzulernen, sowie das ein oder andere Highlight der Umgebung erkunden zu können, welches der Tourist im Hotel nie zu sehen bekommen würde.
Für unsere Reise haben wir uns ebenfalls entschieden hier und dort mal ein wenig Couchsurfing zu betreiben, auch aus eben genannten Gründen.
Unsere Erfahrungen bei unseren Hosts in Fremantle und Adelaide waren hervorragend. Der gute John, der uns mit zum Cliffdiving genommen hat und uns auch mit dem australischen Goon vertraut gemacht hat und auch James und Dan, mit denen wir den Australia Day verbracht haben und Hühnerfüße auf dem BBQ zubereitet haben, sind gute Jungs und hervorragende Hosts. Diese Couchsurfing-Erfahrungen wollen wir nicht missen.
Jedoch kann man sich auch vorstellen, dass wenn Menschen aufeinander treffen die Chemie nicht immer stimmen kann.

In Sydney und diesmal auch zu dritt, haben wir uns entschlossen nochmal couchsurfen zu gehen. In Mulgrave, etwas außerhalb der Stadt, haben wir schließlich einen Host gefunden, der uns drei für ein paar Nächte aufnahm.
Rowan heißt der Mann. Der erste Kontakt über das Portal war freundlich und hunderte gute Referenzen von anderen Couchsurfern die bereits Rowans Gastfreundschaft in Anspruch genommen haben konnten ja nicht lügen – oder?
Von Sydney-Stadt aus fahren wir also zunächst mit dem Zug und dann mit dem Bus Richtung Mulgrave. Etwas genervt von der umständlichen Reise mit jeweils 20 – 30 kg Gepäck pro Person zu Sydneys Rushhour, also dementsprechend vielen Bahn- und Busreisenden, sitzen wir schließlich in Mulgrave und warten auf Rowan, der uns an der Haltestelle abholen will.
Zu unserer Überraschung und ganz untypisch für Australier taucht Rowan mit einem klitzekleinen Ford Fiesta auf – ich habe ja bereits von unserer Gepäckmenge berichtet.

Als schließlich alles verstaut ist und auch wir noch ins Auto passen, herrscht zunächst Erleichterung. Nebenbei erwähnt Rowan jedoch, dass Katharina doch bitte vorsichtig mit ihren Beinen sein soll und mit ihren Füßen nicht zu weit unter den vorderen Sitz rutschen möge, dort sei etwas das lebt. Beruhigend – hoffentlich keine Schlange!
Auf der Fahrt erzählt Rowan, dessen Wurzeln in Deutschland liegen, dass sein Job darin besteht, den Menschen in Australien die deutsche Kultur uns insbesondere die Kenntnisse des deutschen Volkstanzes zu erläutern. Sehr stolz verkündet er, dass er mit diesem Job 140 000$ im Jahr macht.
Dann erzählt er uns von seinem Haus und seinem Anwesen, welches direkt am Fluss gelegen ist. In dem Fluss könne man auch schwimmen und es sei alles sehr idyllisch. Weiterhin erzählt er, dass es eines der ältesten Häuser in Australien sei und dass alles wunderschön und voller Harmonie ist.
Ein bisschen lassen wir uns von seinem Enthusiasmus mitreißen und sind voller Erwartungen.

Dann kommen wir an dem Haus an. Zunächst sehen wir unser Zimmer. Es ist muffig und wir sind umgeben von einem Alptraum aus Teddybären. Es gibt ein Doppel- und ein Einzelbett und am Fußende des großen Bettes steht ein Aquarium in dem sich ein Aal tummelt.
Wie wir erfahren, haben zwei andere Couchsurfer diesen Aal erst vor ein paar Tagen im Fluss gefangen.
Statt einer Tür gibt es einen Vorhang und dahinter die Küche. Fließendes Wasser gibt es nicht. Eigentlich sogar gar kein Wasser, denn der Regenwassertank ist auch leer. Es wird also immer besser.
Im Wohnzimmer sind zwei weitere Couchsurfer untergebracht. Ähnlich „nett“ dekoriert erfreuen sie sich jedoch an einem zusätzlichen Tigerfell (ein echtes!!!), welches ihr Schlaflager verschönert.
Immerhin gibt es jedoch Strom, denn es gibt auch einen Fernseher. Wenigstens etwas!
Nach einem kurzen Plausch geht die Tour weiter, da es bereits annähernd dunkel ist können wir nicht mehr all zu viel von der Umgebung sehen. Jedoch sollen wir auch noch die anderen Mädels kennenlernen, die in einem Wohnwagen am anderen Ende des Gartens leben.
Nach einem kurzen „Hallo“ zeigt uns Rowan dann noch das Stille Örtchen, dass in diesem Fall leider nicht so „still“ ist. Es handelt sich hier um ein nettes Klohäuschen, dass sich mitten im Wald befindet und mit zahlreichen Topfpflanzen ausgestattet ist.
Betätigt man den Lichtschalter geht nicht das Licht an sondern eine Art Marschmusik, mit viel Wumms und Trompete und Pauken. Ja nett, um nicht zu sagen ein absolutes Muss - mitten in der Nacht auf'm Pott sitzen, mit 'ner Taschenlampe in der Hand und dazu diese „sanfte“ Musikbegleitung....
Wieder zurück im Haus beziehen wir unser Zimmer. Während Katharina direkt einschläft, erschöpft von der langen Nacht am Flughafen in Christchurch und den Aufregungen dieses Tages. Erkunden Alicia und ich die Angelegenheit etwas genauer.
Nach einem kurzen Austausch mit dem deutschen Pärchen aus dem Wohnzimmer erfahren wir, dass neben einem weiteren australischen Pärchen auch noch Rowans Eltern in einer kleinen Hütte am Ende des Gartens wohnen. Sein Vater ist verantwortlich für die Musik auf dem Grundstück. Nur seine Musik wird hier geduldet. Und das Auto gehört dem Pärchen, Rowan hat keins. Anbindungen an den öffentlichen Nahverkehr gibt es hier nicht. Prost Mahlzeit – nicht gerade beruhigend, da wir immer mehr den Wunsch haben als bald möglich von hier zu verschwinden.

Dann machen wir uns nochmal auf zum Klohäuschen. Mit Taschenlampen bewaffnet versuchen wir den Weg wieder zu finden. Kurz vorm Ziel trifft uns jedoch fast der Schlag. Da sitzt doch tatsächlich ein Lama vor dem Klo und schaut uns ganz relaxed und kauend in unsere entsetzten Gesichter. Auch die Musik scheint diesem Tier zu gefallen, denn es kaut im Takt zur Musik mit. Kann es denn noch schlimmer kommen?

Auf dem Weg zurück machen wir noch einen kurzen Halt bei den Mädels im Wohnwagen. Und uns wird gewahr „Ja, es kann noch schlimmer kommen.“ Die beiden waren einen Tag zuvor bei Rowan angekommen und mussten zunächst bis mitten in die Nacht hinein bei einem Umzug von Rowans Freunden helfen. Als „kleine“ Gegenleistung dafür, dass sie bei Rowan wohnen dürfen. Zu allem Überfluss war die Nacht darauf auch nicht sehr erholsam. Die Mädels hatten das Zimmer bezogen in dem wir nun waren und wie sich herausstellte, handelte es sich bei dem Aal im Aquarium um einen Wanderaal. Der prommt des nachts aus dem Aquarium gesprungen ist und das Bett steht Kante an Kante mit diesem Aquarium.
Die Vorstellung mitten in der Nacht einen glitschigen Wanderaal im Bett zu haben, möge sich nun jeder selbst ausmalen. Uns packte schlichtweg das kalte Grauen, vor allen Dingen aber Alicia; sie musste ja nun in diesem Bett schlafen. Ich hatte glücklicherweise das andere bezogen.
Der Wille als bald möglich das Weite zu suchen erhärtete sich stetig und auch die anderen Mädels waren schon drauf und dran zu überlegen wie sie am besten von hier fort kommen. Rowan gab anscheinend immer vor kein Auto zur Verfügung zu haben, wenn jemand abreisen wollte.
Was für eine Horrorshow!

Den ganzen Abend war Rowan dann unterwegs und zwar zum Singen beim deutschen Chor in Mulgrave und wir Couchsurfer waren unter uns. Sehr erholsam, so mussten wir uns nicht sein Geschwafel anhören.
Auch am nächsten morgen bekamen wir wenig mit, denn obwohl Rowan ja 140000$ im Jahr verdient mit seinen deutschen Volkstänzen, muss er einmal in der Woche Fenster putzen gehen. Wahrscheinlich aber nur aus Nächstenliebe. Was so ziemlich seiner Philosophie entsprechen würde, dass Geld einen schlechten Charakter macht und niemand arbeiten gehen sollte und man lieber das Leben genießen und anderen helfen sollte.
Wir beschlossen derweil, dass wir die nächste Möglichkeit nutzen und abreisen.
Als Rowan also am Nachmittag wieder da war, teilten wir ihm mit, dass Katharina unglücklicherweise nur morgen einen Termin bei der deutschen Botschaft in Sydney bekommen konnte und, dass wir daher bereits morgen abreisen müssen.
Wie erwartet konnte er nicht versprechen, dass es eine Möglichkeit geben würde uns zum Bahnhof zu bringen, aber er würde versuchen eine zu finden...Für uns heißt es Abwarten und schauen.

Da mittlerweile Wasser herangeschafft wurde, konnten wir morgens ein gutes Frühstück mit Kaffee genießen. Als es dann ans Spülen geht meldet sich jedoch Manfred, Rowans' Vater, zu Wort. Wir sollen doch bitte nicht das Spülwasser verschmutzen mit dem dreckigen Geschirr. Zunächst sollen doch die Hunde die Überreste von den Tellern lecken dürfen bevor diese abgewaschen werden. Mir kommt es übel hoch. Wir haben von diesen Tellern gegessen und die Hunde lecken die sauber??? Manfred, der mein Ekel verzogenes Gesicht nicht übersehen kann, hält mir dann einen Vortrag zum Thema „Lecken“ so kommt er schließlich von Hölzchen auf Stöckchen und erklärt mir dann, dass Lecken ja auch ein wichtiger Teil beim Liebesspiel sei. Oh Gott! Ich möchte mir wirklich nicht von einem Mitte 80 Jährigen solche Dinge erklären lassen. Ich summe in Gedanken ein Lied, damit ich nichts hören muss, nicke aber freundlich und bin so erleichtert als dieses Gespräch endet. Morgen sind wir hier weg. Hoffentlich!

Am nächsten morgen kommt die frohe Botschaft. Zu unserem Glück erbarmt sich Rowans' Mutter uns eine Mitfahrgelegenheit zu geben. Die rüstige Dame ist jedoch etwas senil. Es verspricht also lustig zu werden. Wir packen unser Hab und Gut ins Auto. Alicia und Katharina sitzen hinten und ich nehme vorne Platz. Überraschend quetscht sich Manfred hinten zwischen die beiden Mädels. Ich fühle vorne mit den beiden. Sicherlich ist es nicht so angenehm sich hinten an Manfred kuscheln zu müssen.
Schon geht die Fahrt los: Wir fahren gerade aus der Ausfahrt raus und schon nimmt Lovell dem ersten die Vorfahrt. Katharina schreit nur „Stoooooppp“ und Haarscharf geht alles nochmal gut. Ich sitze angespannt neben Lovell und zwischen uns liegt auch noch der Dackel, den sie schon zweimal überfahren hat. Langsam bahnen wir uns den Weg zum Bahnhof. Dann kommt eine Baustelle und wir fahren gefährlich nah an einem der Bauarbeiter vorbei. Ich kann nur die Augen schließen und hoffe, dass er nicht auf der Motorhaube sitzt, wenn ich sie wieder öffne. Etwas verzögert zu diesem Ereignis kommt dann Lovells Kommentar: „Ich sollte mich nun wohl besser auf den Verkehr konzentrieren.“
Katharina und Alicia leiden derweil unter Manfreds' Predigten die sicherlich ähnlich gestrickt sind wie die zum Thema „Lecken“.
Doch schließlich kommen wir am Bahnhof an. Heil und Unverwundet. Manfred verdeutlicht nochmal das wir jederzeit wieder kommen können, wir sollen bloß anrufen. Wir könnten dann auch für immer bleiben.
Wir bedanken uns für dieses Angebot sind uns jedoch einig, dass es wohl nie dazu kommen wird. Froh und erleichtert besteigen wir den Zug in Richtung Zivilisation.

Welcome back to Sydney!!!

Sonntag, 4. August 2013

Steffi Wichert hat Fotos mit Ihnen geteilt

Bilder Neuseeland Fotos 4-8-2013
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Freitag, 26. Juli 2013

Neuseeland - Südinsel

Neuseeland


Nachdem Jenny und Scott und auch Lukas und Tanja uns in Mildura verlassen haben und wir beide so ziemlich allein auf weiter Flur die deutsche Flagge hochhalten mussten, haben wir eben diese nach zwei weiteren Wochen – und diesmal auch getrennten Jobs (Katharina an den Rags, also da wo die gepflückten Trauben getrocknet werden und ich habe mich mit „Nappie practise“ beim Tafeltrauben verpacken und stickern beschäftigt) – eingeholt und uns wieder auf Reisen begeben.

Nach einer unbequemen Busfahrt haben wir nochmal zwei schöne Tage in Melbourne verbracht. Wir waren auf der höchsten Plattform der südlichen Hemisphäre, dem Eureka Skydeck und haben uns die wunderschönen Beachhäuschen am Brighton Beach angeschaut. Diesmal direkt im Hostel in St. Kilda, konnten wir Sonntag den Markt am „Espi“ besuchen und waren außerdem nochmal den leckersten Eintopf in ganz Melbourne genießen.
Diesen Laden hatten wir bereits bei unserem ersten Melbourne Aufenthalt ausfindig gemacht und ihn zu unserer „HotList“ hinzugefügt.
Abgesehen davon, dass die erste Nacht im Hostel kaum zu ertragen war weil im Pub darunter ordentlich Feierstimmung herrschte und der Bass gefühlt direkt in unserem Zimmer stand und sogar die Betten vibriert haben, hatten wir ein wunderschönes Wochenende in Melbourne!

Von dort aus geht dann endlich der Flieger nach Neuseeland. 3 Wochen bei den Kiwis auf der Südinsel und das Coolste ist, wir reisen nun zu 3. Alicia, Gründungsmitglied der münsteraner Mädelswohngemeinschaft, gehört ab nun auch zur Reisegruppe.
Nachdem unser Flieger bereits am frühen Morgen in Christchurch landet, können wir zum Frühstück schon im KiwiBasecamp, unserem Hostel, einchecken.
Hervorragend an diesem Hostel ist, dass sie dort selbstgebackenes Brot servieren und nicht dieses blöde weiße, ungesunde, gummiartige Toastbrot, welches uns seit vier Monaten in Australien Tag ein Tag aus begleitet hat.
So setzten wir uns erst einmal gemütlich mit 'nem heißen Kakao und frisch gebackenem Brot auf die Terrasse und chillen im bedeutend kälteren aber sonnigen Christchurch.
Schließlich wird in NZ bereits die Wintersaison eingeläutet. T-Shirt und Shorts bleiben also zunächst im Rucksack.

Am frühen Nachmittag trifft dann auch Alicia ein. Völlig k.o. und mit mega Jetlag Bach immerhin 27 Stunden Reisezeit, zwingen wir sie dazu mit uns am anderen Ende der Stadt einen Burger essen zu gehen.
Aber der weite Fußweg hat sich letzten Endes gelohnt, die Burger sind erstklassig!

Am nächsten Tag geht es auf Sightseeingtour durch das vom Erdbeben gebeutelte Christchurch. Tatsächlich sieht es aus als hätten überall Bomben eingeschlagen. Kaum ein Haus in der Innenstadt steht vollständig und wir gelangen von einer Ruine zur nächsten.
Mitten in der Stadt dann der „Re-Start“ hier stehen Baucontainer aneinander gereiht, bunt bemalt, und zu kleinen Shops ausgebaut... das einzige Leben in der Stadt. Ganz schön unheimlich.

Am 26. April geht’s los mit unserem Roadtrip. Geplant ist die ganze Südinsel zu bereisen. Hierzu haben wir uns wieder einmal ein buntes Auto ausgesucht. Ein kleines Piratenschiff mit allerhand bunten Motiven. Klein und gemütlich ist unser Van. Und es ist alles drin was man für so eine Tour braucht. Es kann also losgehen:

Tag 1.: Von Christchurch nach Lake Tekapo

Nachdem wir erst spät aus Christchurch wegkommen, weil wir noch Einkäufe für die Reise besorgen müssen, noch Tanken und auch der Zwischenstopp bei „Maccas“ sein muss, machen wir uns erst gegen 15:30 auf den Weg zum Lake Tekapo. Weil es in NZ bereits schon wintert, geht die Sonne allerdings auch schon früh dem Horizont entgegen. Zu Beginn können wir also noch die wunderschöne Landschaft rund um Christchurch genießen, mit dem schneebedeckten Alpenpanorama im Hintergrund. Doch schnell ist es so dunkel, dass wir gar nichts mehr von der Landschaft mitbekommen.
Als wir schließlich am Zielort ankommen und wir alle ganz schön von der Reise und dem anstrengenden Tag geschafft sind, bereiten wir uns ein Mahl auf unserem Gaskocher, hinzu kommt ein gutes „Neuseelandweinsche“ auf den Beginn unseres Roadtrips. Anschließend die Ernüchterung, dass der Platz den wir für unser Nachtlager gefunden glaubten, das Campen verbietet. Scheiße! Mittlerweile ist es doch spät geworden. Wir sind alle müde und der Van ist auch schon zur Schlafstätte umgebaut, mal ganz abgesehen von dem Wein den wir schon intus haben und nun müssen wir abhauen und wir haben keine Ahnung wohin. Auf irgendeiner der tausend Karten finden wir schließlich dem Campground am Lake Alexandrina der nicht so weit entfernt liegt. Also nichts wie hin und endlich in die Koje.
Die Fahrt dahin ist jedoch sehr unheimlich. Zum Campingplatz führt eine kleine unbefestigte Strasse; die so genannten Gravelroads werden noch häufiger zu unserer Freude beitragen. Im Hintergrund sieht man die schneebedeckten Gipfel der Alpen, die aber zunächst nicht als solche auszumachen sind und für Unbehagen sorgen.
Schließlich gelangen wir an den Campground und wir kuscheln uns so schnell wie möglich in die Federn. Ein erste kalte Nacht unter einem wunderschönen Sternenzelt gleich am Mt Cook.

Am nächsten morgen ist die Überraschung groß. Wir sind von einer wunderschönen Landschaft umgeben. Vor uns liegt der Lake und um uns herum überall Berge. Die Bäume leuchten in Gelbtönen, die Sonne scheint und eine Entenfamilie wünscht ebenfalls einen „Guten Morgen“, was will man mehr! OK – vielleicht 'ne Dusche und ein vernünftiges Klo :)

Tag 2: Lake Tekapo nach Oamaru

Am Tag 2 unserer Reise steht Mount Cook ganz oben auf der Sightseeing Planung. Nachdem wir bereits die Nacht zuvor so gut wie im Schatten dieses Berges verbracht haben, diesen allerdings nicht sehen konnten weil es schon dunkel war, steht heute als erstes diese Besichtigung an.
So begeben wir uns schleunigst auf den Scenic Way in Richtung Mt Cook, welcher übrigens der höchste Berg Ozeaniens ist. Leider spielt das Wetter nicht mit. Es ist sehr bewölkt und so gelingen uns nur ein paar vernebelte Schnappschüsse vom Berggipfel.
Allerdings sind in diesem Augenblick die Touristen aus dem asiatischen Raum sowieso viel interessanter für uns als das Naturschauspiel.
Bei solchen Reisegruppen spielt sich eine Sightseeingtour so ab, dass ungefair tausend kleine asiatische Menschen aus einem riesigen Reisebus stürmen, allesamt bewaffnet mit Ipads oder Iphones (Kameras sind out!) und in 2,5 Minuten unzählige Fotos in unzähligen Posen vor einem Berg machen, um dann im Eiltempo wieder in den Bus zu sprinten und zum nächsten Punkt zu fahren.

Nach dieser kurzen aber intensiven Unterbrechung unseres Genusses an dem sich uns darbietenden Naturidyll, können wir uns nur verdattert fragen ob die kleinen Asiaten überhaupt wissen wen oder was sie da fotografiert haben. Aber das soll ja nicht unser Problem sein...wir hatten jedenfalls Spaß mit ihnen.

Auf der Weiterfahrt nach Oamaru kommen wir an heiligen Stätten der Maori vorbei. In den Felsen kann man theoretisch Malereien der Maori erkennen, allerdings haben ein paar „moderne Künstler“ diese Malereien mit ihren Kreationen ergänzt, so ist es für uns nicht ganz so einfach die Maori-Kunst aus diesem ganzen Wirrwarr auszumachen.
Dies bleibt für uns also nur ein ganz kurzer Besuch und schon geht die Fahrt weiter Richtung Oamaru. Nachdem wir in der letzten Nacht wild gecampt haben, entscheiden wir uns heute für Dusche und eine vernünftige Kochgelegenheit und finden einen günstigen CaravanPark ca. 20 km vor Oamaru. Der Weg dahin führt uns durch das sehr ländliche Neuseeland. So geraten wir in einen Stau, verursacht durch Kühe die gerade eine Strasse überqueren und kein Ende der Kuhherde ist in Sicht. Eine der Damen ist jedoch so freundlich und gewährt uns Vorfahrt und somit erreichen wir unser Ziel zeitnah. Wie wir feststellen sind wir auf einem preisgekrönten CaravanPark gelandet und uns gefällt es recht gut (später stellen wir jedoch fest, dass in Neuseeland ungefair alles preisgekrönt ist). Schnell lernen wir Deutsche kennen, die sich hier dauereinquartiert haben und holen uns mal direkt ein paar Tipps ab.
Nach erstem Umschauen und etwas ausruhen, machen wir uns auf nach Oamaru. Die Stadt verspricht einen Aussichtspunkt von dem man Pinguine sehen kann und da wollen wir hin. Vor allen Dingen Alicia möchte unbedingt die kleinen Watscheltiere sehen.
Leider ist unser Timing nicht so toll, um nicht zu sagen echt bescheiden. Denn kaum haben wir den Parkplatz des Aussichtspunktes erreicht, kommen uns bereits die Touristenmassen entgegen, die sich wieder auf dem Weg zum Auto befinden.
Tatsächlich ist dann auch kein einziger kleiner Pinguin auf weiter Flur, als wir den Aussichtspunkt erreichen. So ein Pech!!
Naja... dafür genießen wir einen wunderschönen Sonnenuntergang bevor wir wieder zum CaravanPark düsen, kochen, Weinsche trinken und schlafen gehen.

Tag 3: Oamaru nach Dunedin

Auf dem Weg nach Dunedin entdecken wir die Mouraki Boulders. Verrückte Steine die wie riesige Murmeln am Strand liegen. Wir machen richtig coole Fotos an diesem ungewöhnlichen Platz.
Im Übrigen entstehen diese Steine ähnlich wie Perlen und sind deshalb so schön rund.

Dann geht’s weiter nach Dunedin.
Für Neuseeland gilt, dass es im Grunde überall wunderschön ist. So verleitet jede Haltebucht am Wegesrand zum anhalten, aber dass hält man auf die Dauer nicht durch und deshalb müssen wir kleine Abstriche machen und genießen den Ausblick von unserem Van aus.

Alicia bekommt jedoch öfter mal das Kribbeln in den Fingern und muss anhalten um schnell ein „paar“ (ca. 300 pro Motiv) Fotos zu schießen. Sie ist mit einer brandneues Spiegelreflexkamera in NZ angereist, die jetzt natürlich heißläuft bei all den schönen Dingen die es zu sehen gibt. Alles wäre wunderschön, wäre da nicht das verflixte Käppchen zum Schutz der Kameralinse. Dieses Käppchen ist quasi immer da wo Alicia es gerade nicht findet... so gestaltet sich ein Fotostopp meist so, dass wir anhalten, Alicia rausspringt um Fotos zu machen und sobald wieder alle an Bord sind suchen wir das Kamerakäppchen, bevor wir dann weiterfahren können.
So wird es schnell zum Running-Gag, dass sobald Alicia sich suchend im Van umschaut, Katharina und ich aus einem Mund grölen: „Das Käppchen!!!“ Bisher habenwir es aber immer noch wieder gefunden.

Jedenfalls kommen wir auch in Dunedin an, was als Studentenstadt bekannt ist und außerdem ist dort die steilste Strasse der Welt – also obacht!
Zur Stärkung wollen wir uns einen Mittagssnack gönnen und suchen uns hierzu ein nettes kleines Café aus. Da aber auch menschliche Bedürfnisse nach einem ganzen Tag im Auto Not tun, passt es leider gar nicht, dass alle umliegenden Cafés keine Toilette anbieten.
So kommt es zu einem Run durch die ganze Stadt auf der Suche nach einer öffentlichen Toilette. Schließlich und halb verzweifelt, gelangen wir an den wunderschönen Bahnhof, der eine umso schönere Wirkung hat, weil er dringende Bedürfnisse befriedigen kann. Es gibt eine öffentliche Toilette.
Dann machen wir uns wieder auf in die Innenstadt und gönnen uns den wohlverdienten Snack nach einem kurzen Besuch im Museum und einer Tour durch die Stadt, diesmal mit in aller Seelenruhe geht’s wiedermal auf die Suche nach der nächsten Schlafgelegenheit.
Da Dunedin nur sündhaft teure Campingplätze anbietet für die wir nicht bezahlen wollen, entscheiden wir uns etwas außerhalb an einer Pferderennbahn zu übernachten. Nicht die schlechteste Lösung, denn hier gibt es viele saubere Toiletten ;) Jedoch sind wir uns nicht ganz so sicher ob uns das Übernachten hier gestattet ist, denn das Schild am Eingang der Pferderennbahn sagt irgendetwas zum Thema Mitgliedschaft in irgendeinem Club. Ja, leider ist das ja in englischer Sprache verfasst, dass verstehen wir nicht so gut. Deshalb übernachten wir nun einfach mal hier.
Das aufwachen ist auch ganz nett, denn man hört bereits früh morgens die ganzen Pferdchen über die Piste galoppieren.

Tag 4: Dunedin – Papatowai

Von Dunedin aus fahren wir weiter über den Southern Scenic Way, was soviel bedeutet wie... eine schöner Strand nach dem anderen und tausend kleine Highlights am Wegesrand.
Da die Straße direkt am Meer entlang führt lassen wir es uns nicht nehmen einen Stopp einzulegen an einem wunderschönen Strand, den wir mal eben für uns ganz alleine haben um die Füße ins Wasser zu halten. Weiter geht’s zum Nugget Point. Hier erklimmen wir einen Felsen auf dem oben druff ein Leuchtturm steht. Einfach nur wunderschön und leider kann man diese Schönheit nicht durch Worte beschreiben. Wir genießen einfach das Wetter, die Landschaft und den Ausblick aufs Meer mit der Gewissheit, dass das nächste Land welches irgendwann in dieser Richtung auftaucht zur Arktis gehört. Der Übernachtungsort diesmal ist Papatowai irgendwo im Nirgendwo mit einem mehr oder weniger Supermarkt und einem netten Café, das aber schon Winterpause hat also geschlossen ist.
Zunächst sind wir ziemlich einsam auf dem Campingplatz und machen uns etwas Sorgen, dass wir nachts vielleicht überfallen werden könnten. Später tauchen noch weitere Camper auf. Gott sei Dank, jetzt ist es nicht mehr ganz so unheimlich! Zudem gibt es direkt einen Strand am Campingplatz. Voller Spannung machen wir uns auf und gelangen über einen kleinen Trampelpfad an einen noch kleineren Strand. Tatsächlich bietet dieser nicht einmal Platz für ein ausgebreitetes Handtuch. Der Knaller!
Diesmal haben wir trotz Freedom-Camping sogar eine Küche zur Verfügung. Eine Dusche wäre zwar schöner gewesen, aber immerhin etwas. Dummerweise geht alle drei Minuten das Licht in der Küche aus. Das macht es etwas umständlich dort zu kochen und zu dinieren, weil man eben alle 3 Minuten zum anderen Ende des Raumes rennen muss um auf den Lichtschalter zu drücken. Jaja... crazy. Nach einem guten Mal, dass wir durch die hin und her Rennerei direkt wieder abgebaut haben, geniessen wir eine ruhige Nacht.

Tag 5: Papatowai – Invercargill

Auf dem Weg nach Invercargill hoffen wir zunächst Delphine irgendwo entlang der Küste zu entdecken. So suchen wir uns einen Parkplatz mit Ausblick aufs Meer und starren erst einmal... Hier werden uns doch laut Reiseführer Delphine versprochen, dann müssen die doch auch hier sein!!! Leider kein einer Delphin in Sicht, also machen wir uns wieder auf den Weg und fahren zu den Cathedral Caves. Eine riesige Höhle direkt am Meer, deren Eingang an das Portal einer Kirche erinnert. Gerade noch rechtzeitig bevor die Flut den Eingang verschließt schaffen wir es ein Ründchen zu drehen.
Weiter geht die Fahrt zur Curio Bay. Mal was ganz verrücktes: Ein, keine Ahnung wieviele Millionen Jahre alter, Urwald der unter einer Lavaschicht direkt im Meer liegt. Man bekommt quasi nasse Füsse während man auf versteinerten Bäumen herumklettert.

In Invercargill angekommen drehen wir ein Ründchen durchs Museum, schauen uns mal an was die Maoris aus der Gegend hier alles hinterlassen haben und dann gönnen wir uns mal wieder einen Campingplatz mit vernünftiger Dusche. Mittlerweile gehört es fast schon zu unseren Ritualen, dass wir uns abends vorm schlafen gehen einen Film anschauen oder aber auch den 3 Fragezeichen und Bibi Blocksberg lauschen. Gemütlich kuscheln wir uns dann in unseren Van, der Laptop wird in der „Küche“ aufgestellt, also auf der Ablage wo sich unsere Spülschränkchen im Kofferraum befindet und los geht’s. Der, der am längsten wach bleibt macht die Lampen aus...

Tag 6: Invercargill – Milford Sound

Heute geht’s für uns nach Milford Sound. Die Fjorde Neuseelands halten für uns nochmal eine wunderschöne Landschaft bereit... Natürlich war es bisher überall wunderschön, jedoch ist es hier nochmal ganz anderes. Zu dem Sound führt eine 100km lange Sackgasse und hier und da ergibt sich wiedermal die Gelegenheit auszusteigen und an einem wunderschönen Fleckchen zu verschnaufen. So z.B. auch an den Mirror Lakes. Das Wasser hier ist so klar, dass sich die Berglandschaft dahinter ganz klar darin spiegelt, wie der Name schon vermuten lässt.
Nachdem wir eine ganze Zeit lang nur Bergauf unterwegs waren kommen wir schließlich an einen Bergpass, durchqueren einen Tunnel und auf der anderen Seite geht’s dann erst einmal so richtig bergab. Eine Serpentinenstraße tut sich vor unseren Augen auf, die man tatsächlich von ganz oben bis ins Tal hinunter beobachten kann. Es ist ja nicht so, dass die Straßen Neuseelands sowieso schon sehr kurvenreich wären, nö, jetzt geht’s also auch noch auf einer Steilstrasse die Kurven hinunter.
Aber, was soll man sagen, der Weg hat sich mehr als nur gelohnt. Zwar etwas grünlich um die Nase aber vollends begeistert erreichen wir Milford Sound, Unten im Tal angekommen können wir direkt vorm Bishops Head, dem Wahrzeichen des Sounds, parken und den Ausblick genießen.
Ein super entspannter Nachmittag mit viel Naturkundeunterricht. Fast perfekt, wären da nicht die Sandflys die es natürlich auf Katharina abgesehen haben. Wir machen gerade noch nette Fotos von uns am Sound, so ganz Tourimäßig natürlich und schon hat Katharina einen Stich direkt auf dem Augenlied. Binnen Minuten hat sich ein kleiner Quasimodo in unsere Reisegruppe geschlichen. Es wurde aber auch langsam wieder Zeit, dass Katharina dran glauben muss... in den letzten Wochen wars ein bisschen langweilig geworden.
Unsere Übernachtungsgelegenheit für heute ist am Lake Gunn. Das erste mal für uns, dass wir ernsthaft nach einem freien Platz für unseren Bus suchen müssen, denn hier ist es tatsächlich mal sehr „busy“ wie die Aaustralier sagen würden. Doch wir können uns noch ein Plätzchen direkt am See mit schöner Aussicht ergattern. Gut, dem anderen Van dort haben wir jetzt ein bisschen die Aussicht genommen, der hätte ja aber auch anders parken können.
Blöd ist hier, wie auf allen Freedom Campingplätzen, das spärliche Licht und diesmal auch Nähe zum Wasser. Da mittlerweile unsere Taschenlampen ganz schön ausgepowert sind, gestaltet es sich als kleines Abenteuer in der Dunkelheit zur Toilette zu gelangen ohne dabei im See zu landen. Hier eignet sich die Taschenlampen App für das Handy ausgezeichnet und bietet Hilfe in der Not.
Am nächsten Morgen hat sich Quasimodo wieder verabschiedet und wir verabschieden uns auch wieder von Milford Sound und dem Lake Gunn und reisen weiter nach Queenstown.

Tag 7/8: Milford Sound – Queenstown

Am Nachmittag erreichen wir Queenstown, die Stadt die uns von allen Seiten empfohlen wurde. Tatsächlich haben wir auch bisher in Neuseeland noch nicht so viele Menschen an einem Fleck gesehen wie in Queenstown. Ein netter kleiner Skiort mit lauter netten kleinen Shops und Bars und unzähligen Möglichkeiten Funsportarten zu betreiben.
Nachdem wir mit Q-Box Camping eine unglaublich günstige Möglichkeit gefunden haben in Queenstown zu übernachten, geht’s schnell zu Stadtbesichtigung. Der erste Weg führt allerdings zum besten Burgershop des Landes, der auch ausdrücklich in der Stadtkarte vermerkt wurde. „Fergburger“ heißt das Zauberwort, dass unsere Herzen zum schmelzen bringt oder besser: den Speichel zum laufen... Richtig geil!!!
Nach diesem ausgezeichneten Abendmahl, geht die Runde weiter durch die „City“. Eine ganz chillige Atmosphäre in dieser kleinen Metropole am Lake Wakatipu und so entscheiden wir uns noch einen weiteren Tag in Queenstown zu verbringen.
Am nächsten Tag verleiten uns Umstände dann schließlich dazu, an einem Pubcrawl am Abend teilzunehmen. Abends als es dann ans „dress-up“ geht fällt jedoch auf, dass ich nicht mehr alle Schuhe beisammen habe. Meinen schönen „Ausgehschuhe“, die einzigen Schuhe die ich neben meinen Flipflops und meinen Trekkingschuhen mithabe, haben sich offensichtlich getrennt und wollten wohl nicht mehr miteinander. So ein scheiß! Durch die kurvenreichen Straßen, werden unsere Klamotten die sich hinten im Van befinden jedes mal ordentlich durchgeschüttelt und wenn die Türen hinten aufgehen fällt immer einiges raus. Wir haben wohl beim letzten Mal nicht alles wieder eingesammelt...
Tja; dann geht’s wohl heute abend in meinen leuchtend bunten Trekkingschuhen auf die Piste. Der Vorteil bei denen ist in jedem Fall, dass sie die Füsse warm halten im kalten Neuseeland.
Aber der Abend wird umso netter. Das absolute Highlight ist die Icebar (Gott sei Dank, dass richtige Schuhwerk), wo eben alles aus gefrorenem Wasser besteht. Die Sitzgelegenheiten, die Tische, die Bar, die Gläser...alles Eis.
In zahlreichen weiteren Bars genießen wir ein Getränk auf zwei gute Musik und Gesellschaft. Dann müssen Katharina und ich den Jungs auch mal zeigen wo der Hammer hängt. Anscheinend sind die alle nicht so trinkfest, was nicht heißen soll, dass wir uns regelmäßig wegbechern. Aber wir kassieren sehr auffällige Blicke als wir uns ein, vielleicht nicht gerade winziges, Bierchen genehmigen. Schließlich wird ein Klopappier -einwickelspiel gespielt, Katahrina gewinnt, der Abend ist perfekt. Wir hatten auf jeden Fall eine nette Zeit, gut teilweise waren seltsame Leute unterwegs – natürlich Deutsche Knaben mit seltsamen Dialekt, aber wir strunkeln zufrieden und angeheitert in unsere Koje.


Tag 9: Queenstown – Wanaka

Unser nächstes Ziel heißt Wanaka. Nachdem wir allerdings nach unserer Partynacht erst einmal ausschlafen müssen, machen wir uns nicht ganz so früh auf den Weg.
Auf der Route liegen jedoch noch weitereHighlights.
Der erste Weg führt uns nach Glenorchy. Zwar ist der Weg selbst schon die Reise wert, weil der Ausblick wiedereinmal richtig genial ist, jedoch ist auch diese Straße abermals sehr kurvenreich. Ja und diesmal geschieht jenes unvermeidliche: Auf unserem bisherigen Weg sind uns bereits zahlreiche tote Tiere begegnet. Natürlich immer wieder am Wegesrand, überfahren von irgendwelchen Autos. Auf unserem Weg nun sitzt also ein saudummer Falke, der seine Mahlzeit, ein totgefahrenes Possum, mitten auf der Straße genießt.
Da denkt man doch so ein Vogel, hat zwei Flügel um schnell davon zu fliegen, wenn ein böses Auto über die Strasse brettert... zumal wir ja schließlich gut zu erkennen sind, so bunt wie wir aussehen. Dieser Falke hatte wohl vergessen, wozu sich eib paar Flügel eignen. Und es ist auch noch ein großer Falke. Dementsprechend gibt es einen ordentlichen Rumps als Auto und Falke kollidieren. Für uns ein Schock. Keiner von uns hat je ein Tier überfahren. Und wir wollen am liebsten nicht anhalten, weil wir gar nicht erst sehen wollen wie der Falke gleich dem Reichsadler an unserer Kühlerhaube hängt.
Schließlich halten wir dann doch um die Lage zu checken. Alicia und ich kneifen allerdings, was die Kontrolle der Autofront angeht. Doch Katharinas Ausdruck beim Check verrät, es ist nichts ekliges zu sehen. Da hängt kein Vogel! Wäre echt blöd gewesen, hätten wir den da runter kratzen müssen. Glenorchy selbst hat nicht allzu viel zu bieten und deshalb machen wir uns bald auch wieder auf den Rückweg.
Natürlich halten wir die Augen auf um zu sehen, ob unser Vogel irgendwo herumliegt. Dann das unglaubliche: Der dämliche Vogel sitzt an der selben Stelle an der wir ihn aufgegabelt haben und ergötzt sich wieder an seiner Beute. Mein Gott. Der muss doch einen ordentlichen Brummschädel haben nachdem Zusammenprall mit unserem Auto... und nichts daraus gelernt!!! Naja wir sind trotzdem froh. Wir sind keine Falkenmörder!
Dann geht es für uns zu der Kawaru Bridge, die wahrscheinlich weltbekannt ist, weil sich hier Menschen an dünnen Seilchen in die Tiefe stürzen. Da geht’s dann mal eben 43m runter und unten wartet ein reissender Strom auf einen. Klingt doch ganz verführerisch.

Außerdem kommen wir durch Arrowtown, einer ursprünglichen Goldgräberstadt, in der man die alten Goldgräberhütten aus dem 19. Jh noch bewundern kann.
Mal abgesehen davon gibt es zahlreiche Cafés und Souveniershops und das Ganze idyllisch gelegen in einer goldgelb-orange leuchtenden Herbstlandschaft.
Unsere Mission des Tages lautet hier: Wir testen die neuseeländische Spezialität Cheeseroll.
Natürlich können wir das nur in einem dafür „preisgekönten“ Café machen und wie zufällig, ist gerade in Arrowtown eines davon. So ordern wir allesamt kurzehand eine Cheeseroll... und was soll man sagen? Die Kiwis haben einfach komische Vorstellungen von kulinarschen Spezialitäten. Die preisgekrönte Cheeseroll ist ein aufgerolltes Toast mit Schmelzkäse drin, garniert mit etwas Schnittlauch. Ganz großes Kino meine Damen und Herren.

Nächstes Ziel ist dann Wanaka. Da die Dämmerung schon einbricht und wir keine Ahnung haben wo wir übernachten können, begeben wir uns geradewegs auf die Suche und halten erst gar nicht im Städtchen an. Zum Glück werden wir nahe am Ortszentrum fündig. Diesmal schlagen wir unsere Schlafstatt auf einem stättischen Campingplatz auf.
Bisher haben wir es meist so gehandhabt, dass wir Freedom Camping auf staatlichen Campingplätzen gemacht haben. Diese halten an der Einfahrt einen Kasten mit Briefumschlägen bereit, in welche dann der Obolus für die Übernachtung gesteckt wird und das Paket dann in einen Briefkasten geworfen wird.
Bisher allerdings haben wir zwar hier und da die Briefumschläge mitgenommen, aber leider morgens vergessen sie einzuwerfen. Uups! Das Gglück war bis dato auch immer auf unserer Seite – also wir haben niemanden getroffen der uns kontrolliert hätte.
Da dieser Campingplatz nach der gleichen Methode verfährt, besorgen wir uns zwar den Briefumschlag, allerdings haben wir auch hier nicht vor etwas zu hinterlassen. Schließlich werden uns hier an Facillities nur ein Klo und ein Waschbecken, allerdings ohne Trinkwasser, angeboten.

Natürlich klopft prommt am nächsten morgen, in aller Herrgottsfrühe jemand an unsere Autotür um abzukassieren! Während Katharina und Alicia die Dame von der Behörde ablenken, sucht Steffi schnellstens den Briefumschlag um unauffällig die Kohle reinzustecken um vorgeben zu können, dass wir natürlich vorhatten zu zahlen. Wir hoffen, dass es damit ok ist und wir nicht noch 'ne Strafe bekommen. Manchmal sind die Kiwis ja ein bissl bös' mit sowas. Aber es geht alles gut. Wir sind nur um 21$ erleichtert. Trotzdem viel für ein nicht so schönes Klo!

Tag 10: Wanaka – Franz Joseph Glacier

Morgens schauen wir uns noch ein bisschen in Wanaka um, doch bescheidenes und vor allen Dingen kaltes Wetter treibt uns zügig weiter zu den Gletschern und in den Regenwald.
Der Weg zum Franz-Josef Gletscher führt uns schon bald in dichten Regenwald und irgendwie wird man das Gefühl nicht los, dass hinter der nächsten Ecke die Dinos aus dem Jurassic Park lungern. Dinos finden wir keine, dafür aber viele Wasserfälle, so dass man bald schon gar nicht mehr hinschaut, weil an jeder Ecke einer ist und immens viel grün ebenfalls. Um zu den Gletschern zu gelangen geht die Route weiter über den Haast Pass. Wir müssen zusehen dass der Tank gefüllt ist, denn in den nächsten Stunden gibt’s keine eine Tanke, erst wieder wenn wir über den Pass drüber sind. In Haast selbst gibt’s dafür einen Imbiss, zwar nicht das Gelbe vom Ei, trotz Empfehlung des Reiseführers, dafür aber mit der „beschwichtigenden“ Information an der Wand, dass, falls der Sprit ausgehen sollte oder irgendwas passieren sollte, die nächste Möglichkeit zum tanken und/oder Ähnliches in etwa 150km Serpentinenstraßen der einen Richtung oder aber 120 km Serpentinenstraßen der anderen Richtung zu erreichen sind. Mit dieser
Information im Hinterkopf fahren wir nur wenige Kilometer weiter, bevor wir mit einem laut krachenden Geräusch an unserem Auto konfrontiert werden.
Zunächst können wir keinen Schaden ausmachen, bis uns dann ein Riss auf der Windschutzscheibe ins Auge fällt. Da hat der Arsch von Lastwagenfahrer auf der Gravelroad doch ordentlich Gas gegeben und den verdammten Gravel auf unsere Windschutzscheibe katapultiert.
Gott sei Dank haben wir im Vorfeld die „No-Worries-Mate“ Versicherung für das Auto abgeschlossen, die alle Schäden vollständig abdeckt.
Notdürftig fixieren wir den Riss mit etwas Klebeband, was natürlich eigentlich nichts bringt – zumindest nichts für die Scheibe nur für ein besseres Gefühl eben und die Fahrt geht weiter...
In Franz-Josef angekommen entscheiden wir uns für eine Übernachtung im Rainforest Retreat. Die beste Entscheidung ever! Nicht nur dass wir mit unserem kleinen Bus mitten im Regenwald stehen und die Kulisse atemberaubend ist, zum entspannen bietet das Retreat auch noch 'nen Hot Pool unterm Sternenzelt an. Das ganze gibt’s zur Krönung auch noch für günstig Geld.
So „excited“ über diesen Schnapper schmeißt Katharina erst einmal den Schlüssel anstatt in die vorgesehene Ablage in eine Loch in der Armatur neben dem Lenkrad. Der ist weg! Wir hören nur noch wie der Schlüssel klimpernd immer weiter in den Tiefen dieses mysteriösen Loches versinkt. Scheint so als würden wir noch nicht mal zu unserem eigentlichen Stellplatz schaffen und am Gletscher festsitzen.
Wir fragen uns ob die Versicherung auch das Verlieren eines Schlüssels abdeckt, auch wenn dieser quasi im Auto verloren Gegangen ist und wenn nicht, was es wohl kosten mag, wenn jemand mit 'nem Ersatzschlüssel von Christchurch anreisen muss und ob es überhaupt einen Ersatzschlüssel gibt. Wir kommen zu dem Entschluss, dass wir uns keine dieser Optionen leisten können und überlegen schließlich ob wir diese ganze Armatur ausbauen können. Wohl eher nicht. Also klopfen wir einfach drauf los in der Hoffnung, dass der Schlüssel immer weiter nach unten rutscht, bis er unten aus einer Öffnung wieder herausfällt.
Was haben wir eine Schweineglück! Tatsächlich gelingt uns das unerwartete nach 15 Min. klopfen und fluchen und komische Blicke kassieren von Leuten die an uns vorbei marschieren, kann Alicia schließlich dass Schlüsselchen wieder rausfischen. Was wäre das Leben doch langweilig ohne diese kleinen Schockmomente.
Nun also schnell die Karre geparkt, in die Badeklamotten und bei eisigen Temperaturen (so kalt war es an dem Tag vielleicht doch nicht) zur wohlverdienten Entspannung gen Hotpools.
Am Abend gönnen wir uns im Pub, der auch noch nettes Personal hat, ein Feierabendbierchen und dann gehen auch schon die Lampen aus im Rainforest.

Tag 11: Franz-Josef – Hokitika

Nach dem Frühstück wollen wir gut gestärkt zum Gletscher. Die Sonne scheint, dass freut uns sehr und wir machen uns auf den Weg Richtung Eis. Je näher wir der Sache kommen desto stürmischer wird jedoch das Ganze. So gestaltet sich der Aufstieg zu dem kalten Weiß mitunter sehr schwierig auf den schmalen Pfaden. Es ist so stürmisch, dass wir kaum in der Spur bleiben können. Ganz an das Eis kommen wir auch leider nicht ran, ist abgesperrt. So setzen wir uns also zum Ausguck einfach mal ein bisschen zu dem Ranger aus Pappe der dort aufgestellt wurde. Wir halten es nicht lange aus, es stürmt einfach zu sehr. Für ein paar Fotos langt's noch und dann machen wir uns auf den Rückweg.
Wieder zurück am Van machen wir uns dann wieder auf Richtung Zivilisation. Auf dem Weg dahin machen wir noch einen Abstecher nach Okarito und zur Okarito Lagoon. Jedoch handelt es sich auch hier kaum um Zivilisation, denn hier wohnen nur 30 Einwohner, die dafür aber sehr idyllisch leben dürfen. Wer braucht dann schon eine Shoppingmall. Wir entspannen mit einem kleinen Snack an der Lagune und machen's dann weiter Richtung Norden. Am Ende des Tages landen wir dann schließlich in Hokitika. Der Ort selbst wirkt ziemlich ausgestorben und irgendwie hat auch schon alles geschlossen, also machen wir einen Besuch am Strand und kommen ins schwelgen bei einem herrlichen Sonnenuntergang am Meer. Am Lake Matariki schließlich, schlagen wir wenig später unser Nachtlager auf. Noch schnell was leckeres auf dem Gaskocher gezaubert und dann noch einen netten Film, unser Gute-Nacht-Ritual. Und dann werden die Äuglein zugemacht.

Tag 12: Hokitika – Greymouth

Am folgenden Morgen führt uns der Weg weiter Richtung Pancake Rocks. Hier darf also mal geraten werden wie die aussehen... Tadah! Natürlich wie gestapelte Pfannkuchen. Und hier steht eben nicht nur ein Pfannkuchenberg sondern hunderte von eben diesen.
Auch die Tierwelt ist nicht zu verachten, denn hier begegnet uns ein ganz komischer Vogel, der es ganz penetrant auf unsere Müsliriegel abgesehen hat. Diese besondere Vogelgattung hat jedoch keine Flügel, er kann also nicht mit seiner Beute davonfliegen, so gewinnen wir das Müsliduell haushoch.
Nach unserem Tagesausflug zu den Pfannkuchenbergen begeben wir uns Richtung Greymouth und lassen erstmal unseren Riss in der Frontscheibe von einem Glaser checken. Aus dem zuvor noch leicht übersehbaren Riss am unteren Fensterrand, ist mittlerweile eine doch wohl größere Schramme geworden, die man nun nicht mehr übersehen kann.
Aber der Glaser sieht das eher gelassen und meint wir können damit ruhig noch 'nen Monat rumfahren, ohne dass uns die Scheibe entgegen kommt. Schön! So bleibt unser „No-Worries-Mate“ Versicherungsschutz bestehen.
In Greymouth übernachten wir dann im Kiwi-Holiday-Park in unmittelbarer Strandnähe, wo natürlich nicht der Sonnenuntergang verpasst werden darf.

Tag 13: Greymouth – Kaikoura

Der heutige Tag hält einiges an Strecke, die es für uns zurückzulegen gilt, bereit. Heute geht’s über den Arthurs Pass von Greymouth nach Kaikoura. Legt man diese Strecke mit dem Zug zurück, so gilt sie als die schönste Schienenstraße der Welt. Wir lassen uns also überraschen.

Der Weg führt uns zunächst durch ein ewiges Tal und wir passieren die Bergkette nur, doch dann geht’s auch für uns bergauf. So ziemlich einsam auf weiter Flur erklimmen wir mit unserem Piratenmobil Meter um Meter hinauf zum Pass um oben festzustellen, die ersten Europäer die sich an dieser Stelle angesiedelt haben, waren natürlich Deutsche. Wer auch sonst???

Von der Landschaft her erinnern wir uns ein bisschen an die heimischen Alpen, doch die Farben sind ein wenig anders. Mehr gelbtöne mischen sich in das tannengrün am Wegesrand und irgendwie wirken die Berge auch größer als zuhause (sind sie aber nicht).
Auf dem Weg von Pass hinunter bietet sich dann das ultimative Alpenpanorma und kurze Erkundungstrecken liegen immer wieder am Wegesrand. Wir entscheiden und für einen kurzen Walk zu unterirdischen Höhlen und einer passenden Fotosession vor dieser schönen Kulisse, bevor wir uns auf den weiteren Weg machen.
Ganz geschickt umfahren wir später Christchurch, dass wir ja schon kennen und landen schließlich in der neuseeländischen Weinregion. Marlborough. In einem etwas abgelegenen Pub gönnen wir uns dann eine Pause bei Fish and Chips umgeben von Wein „bergen“ (hier sind es irgendwie keine Berge sondern Felder). Unser weiterer Weg führt uns mitten durch die Weinregion bis wir in tiefer Dunkelheit schließlich in Kaikoura landen. Leider bietet Kaikoura nicht die optimalsten Campinggelegenheiten und so landen wir wohl auf dem schrecklichsten Campingplatz ever.. oder zumindest der unheimlichste. Als wir ankommen sind wir umgeben von alten, nicht sehr hübschen und auch nicht bewohnten Wohnwagen. Also quasi ein Wohnwagenschrottplatz ohne Beleuchtung, gefühlt im Urwald. Von irgendwo hört man das Meer rauschen, aber sehen können wir es nicht. Wir entscheiden uns alle drei gemeinsam zum Klo zu marschieren, falls irgendwer oder irgenwas aus dem Gebüsch springen sollte. In Windeseile machen wir uns bettfertig. Zur Guten Nacht hören wir noch eine Bibi Blocksberg Folge, das beruhigt die Nerven und dann gehen die Lampen in unserem Van aus.

Tag 14: Kaikoura – Nelson

Das Erwachen morgens ist um einiges schöner als das Einschlafen am Abend zuvor. Wie wir feststellen stehen wir direkt am Meer und können auf die Weiten des Ozeans blicken. Und auch das Wetter ist herrlich. So können wir heute die Klappstühle auspacken und draußen frühstücken. Allerdings gilt es das Ganze mit Vorsicht zu genießen und die Augen aufzuhalten, denn wir haben beim einchecken etwas geschummelt. Wir haben uns heute nur mit 2 Personen angemeldet, um etwas Kohle zu sparen. Nummer 3 in der Runde muss also inkognito bleiben.
Kaikoura selbst ist ein super nettes Fischerdörfchen und bekannt für sämtliche Walarten die sich in den Gewässern umtreiben. Die größten ihrer Art kommen jedes Jahr über den Winter dorthin.
Heute probieren wir ein weiteres Nationalgericht der Kiwis. Die berühmt berüchtigte Pavlova. Eine Baisertorte mit Obstbelag. Und: Es reisst uns nicht vom Hocker. Das Vanilleeis dazu ist richtig gut. Aber die Torte ist eigentlich nur ein Haufen Baiser mit Dosenpfirsich oben druff. Die Kiwis genießen offenbar keine Gourmetküche.
Jedenfalls und das ist ja das wichtigste, ist Kaikoura ein echt nettes Städtchen. Wir genießen den Aufenthalt noch ein wenig, entscheiden uns aber auch heute noch ein gutes Stück Strecke zurückzulegen. Zunächst fahren wir Richtung Picton. Picton ist ein kleines Fischerdörfchen in den Marlborough Sounds. Von dort aus kann man mit dem Postmann auf eine Bootstour gehen. Die lieben Leute die in den Sounds wohnen bekommen quasi alles vom Postmann. Neben der Post auch Lebensmittel und die Kiddies ihr Schulmaterial, also alles was man so abgeschieden von allem nicht bekommen kann, bringt der Postmann mit seinem Böötchen. Nett dort aber sehr stürmisch. Wir springen also wiedereinmal in unsere Karre und machen's weiter Richtung Havelock.
Der Reiseführer verspricht schon, dass Havelock für seine Muscheln bekannt ist. Was der Reiseführer nicht verrät ist, dass die Straße in dieses Örtchen Achterbahn gleich eine Kurve nach der anderen bereithält. Tatsächlich geht das Ganze über 35km in denen nicht einmal 20m geradeaus verlaufen. So sind wir also gut durchgerüttelt als wir in Havelock ankommen. Dennoch erkennen wir schon von weitem den riesengroßen Topf mit Muscheln, welcher das Muschelrestaurant ziert, für das dieser Ort bekannt ist. Da wir noch etwas früh im Tag sind hat es jedoch leider geschlossen. Diesmal gibt es also keine Muscheln für uns. Bei genauerem hinschauen hat auch alles andere geschlossen, bis auf einen kleinen Laden der Fudge und Maccaroni and Cheese verkauft. Komische Mischung im Nachhinein... Jedenfalls können wir dort kurz vorm schließen noch Maccaronis und Scones abgreifen bevor wir uns dann auf nach Nelson machen. Mal wieder stehen wir vor der großen Frage: Wo übernachten wir wohl heute? Und diesmal gehen wir das ganze ganz ausgeklügelt an. Gerade angekommen in Nelson und auch schon bei MC Donalds und dem Free WiFi gecheckt was es in der Nähe für Campingplätze gibt, mit der ernüchternden Information, dass das Free Wifi zu langsam ist, um irgendwelche Seiten aufzurufen.
Verfolgen wir einen Van der ebenfalls so schön bunt ist wie unserer. Schließlich gelingt es uns die Insassen zu interviewen und wir fnden heraus, dass ein super günstiger Campingplatz in unmittelbarer Nähe zu finden ist. MaiTai Camping, für unschlagbare 6$ mit Dusche und Küche. Der absolute Knaller. Wir machen uns schleunigst auf und gelangen über eine kleine Seitenstraße an den netten, etwas alternativ gestalteten, Campingplatz. Wie nett. Alles ist schön bunt bemalt, die Küche ist gemütlich und wie genießen unser Dinner und erfreuen uns an diesem Schnäppchen.
Hach wie schön kann das Vagabundenleben sein!

Tag 15: Nelson – Zwischen Takaka und Onekaka

Am nächsten Morgen fahren wir nochmal in die Stadt rein, um uns Nelson etwas genauer anzuschauen. Nach einem kurzen Besuch der Kathedrale die hochgelegen auf einem Hügel über der Innenstadt thront und damit auch einen herrlichen Ausblick bietet. Bummel wir noch ein wenig durch die Shopping Mall. Wir halten uns jedoch nicht allzu lange auf ,denn heute soll es für uns weiter richtung Abel Tasman Nationalpark gehen. Flux hüpfen wir wieder in unsere bunte Blechbüchse. Auf dem Weg zum Nationalpark kommen wir am sogenannten Split Apple Rock vorbei, der natürlich so aussieht wie ein, in der mitte geteilter Apfel. Dieser Apfelfelsen liegt jedoch mitten im Meer. Dementsprechend können wir ihn nur von einem netten Fleckchen am Strand aus sehen. Als wir später zu unserem Van zurückkehren müssen wir feststellen, dass wohl jemand versucht hat bei uns einzubrechen. Das Schloss auf der Fahrerseite als auch das der hinteren Tür lässt sich nicht mehr mit dem Schlüssel öffnen. Aber es fehlt nichts. Offenbar ist der Versuch bei uns einzubrechen gescheitert. Nochmal Schwein gehabt! Schließlich befindet sich alles was wir derzeit besitzen in diesem Auto.
Weiter geht’s nach Marahau. Als wir eintrudeln herrscht jedoch gerade Ebbe, dass Wasser ist also ganz schön weit weg... Während Katharina und Alicia sich also auf ein Wattwanderung auf der Suche nach Wasser begeben. Mache ich es mir im Van gemütlich und beobachte lieber.
Da die Umgebung beliebt ist für Touren mit dem Jetboot oder auch mit dem Kanu, bringt die Ebbe die Problematik mit sich, dass man mit Boot oder Kanu ziemlich weit vom Ufer weg festsitzt und nicht mehr an Land gelangen kann bis die Flut einsetzt.
Ausgeklügelte Köpfe in Marahau haben daher nun ein Business daraus gemacht, gestrandete Bootstouristen inklusive Boot mit einem Trekker aufzugabeln.
Und es ist göttlich genau dies zu beobachten. Zunächst verwundert, weil einige Trekker mit Anhänger am Strand herumdüsen, erkenne ich später wie sie die Anhänger rittlings ins Wasser steuern und die Boote, die dort gerade ankommen, mitsammt ihrer Passagiere auf den Anhänger laden und dann wieder an Land bringen.
Zum schreien komisch wie Boot voller verdutzter Menschen hinter einem Traktor zu Lande geführt wird.
Als Alicia und Katharina wieder eintrudeln rauschen wir vorbei am Nationalpark Richtung Takaka bzw. hinter Takaka und vor Onekaka. Hier gibt’s das berühmt berüchtigte Mussels Inn. Hochgepriesen in unserem Reiseführer, wollen wir uns diesen Pub nicht entgehen lassen. Bekannt durch selbstgebrautes Bier, dass als bestes Bier Neuseelands ausgezeichnet wurde und natürlich der Muschelsuppe, sorgt das Mussels Inn für Aufsehen nicht nur unter Kiwis.
Als wir endlich am Mussels Inn ankommen, ist es bereits spät wir haben ordentlich Hunger und entscheiden uns für eine ordentliche Mahlzeit und natürlich für jenes preisgekrönte Bier, dem Captain Cooker. Uns gefällt es wirklich gut. Eine gemütlich Atmosphäre in einer Blockhütte mit Lagerfeuer draußen, Kamin drinnen und immer mehr Hippies die nach und nach in den Pub strömen. Die Gegend hier ist bekannt für Lebenskünstler, die eine Alternative Lebensweise bevorzugen.
Für uns heißt es heute noch, dass wir uns um einen geeigneten Rastplatz kümmern müssen. Wir fragen also beim Barpersonal mal nach ob Sie uns nicht eine geeignete Möglichkeit in der Nähe empfehlen können. Auf die Anfrage kommen auch direkt ein paar Vorschläge und Empfehlungen und schließlich aber der Hinweis, dass am Abend noch eine sehr gute Irish-Folk Band im Pub auftritt und das wir daher am besten direkt auf dem Parkplatz übernachten, die Facilities sind eh zugänglich. Wie cool ist das denn! Also beide Daumen hoch für das Mussels Inn! Und die Band war auch klasse. Wir tanzen uns noch ein wenig in die Nacht hinein und nachdem nun auch niemand mehr fahren muss, ist auch noch ein Bier drin.

Tag 16: Onekaka - Murchinson

Nach einer mehr als nur amüsanten Nacht im Mussels Inn, schauen wir dass wir uns früh morgens aus dem Staub machen. Man weiß ja nie was die Cops davon halten, wenn man so mitten in der Walachei auf 'nem Parkplatz steht. Auf dem Weg zurück nach Marahau halten wir in einem netten kleinen Dörfchen direkt am Strand gelegen. Da das Wetter heute mal richtig schön ist holen wir unsere Klappstühle raus und diesmal gibt es das Frühstück direkt am Strand. Danach machen wir noch einen schönen Spaziergang sammeln ein paar Muscheln und bald geht die Tour weiter. Wo wir schon so Nahe am Abel Tasman Bationalpark sind, wollen wir zumindest ein kleines Stück des Abel Tasman Costal Tracks zurücklegen, der sich insgesamt über 38 km zieht.
Wir machen uns also auf Wanderschaft und legen ein kleines Stück vorbei an Strand und Felsküste, Wald und Wiesen zurück. Nach einem kurzen Verschnaufen an einem einsamen Strand am Wegesrand machen wir uns wieder auf den Rückweg. Und dies im wahrsten Sinne des Wortes, denn so langsam müssen wir uns wieder auf in Richtung Christchurch machen. In 2 Tagen gehen unsere Flieger Richtung Australien.
Für den Rückweg haben wir uns überlegt unbedingt noch in Hamner Spring zu halten um uns mit einem letzten erholsamen Tag in den örtlichen Thermen zu belohnen. Vom Abel Tasman ist die Reise nach Hamner allerdings etwas lang. Wir legen also einen Zwischenstopp in Murchinson ein, was ca. auf halber Strecke liegt. Der Campingplatz ist nicht das gelbe vom Ei, aber der einzige in Näherer Umgebung. Ein deutsches Ehepaar und auch die Jungs aus der Umgebung gehen uns ziemlich auf den Sack. Die sind irgendwie komisch und das Internet funktioniert auch nicht.
Insgesamt also kaum nennenswert.

Tag 17: Murchinson – Hamner Springs

Nach dem Frühstück machen wir uns dann schließlich auf den Weg nach Hamner Springs. Auf Grund der Schwefelquellen dort, ist der Ort als Kurort bekannt. Und auch wir freuen uns auf einen entspannten Nachmittag in den heilenden Thermen.
Der Ort selbst hat neben den Quellen nicht so viel zu bieten, ein paar kleine Tourishops, einen kleinen Supermarkt, ein Kurhaus, ein paar Cafés und das war es dann auch. Es wirkt alles sehr sympathisch, aber eine Metropole ist es nicht.
Ein paar Kilometer weiter, mitten im Wald, finden wir einen kleinen Campingplatz mit einer gemütlichen Küche. Nach einer ersten Erkundung sind zufrieden mit unserem Fund im Wald, packen unsere Sachen zusammen und nichts wie in die Therme.
3 ½ Stunden Entspannung. Das tut gut. In zahlreichen Pools mit den verschiedensten Temperaturen von extrem kalt bis extrem heiß zelebrieren wir das Ende unserer Reise.
Der letzte Abend in Neuseeland und wir sind vollends zufrieden. Ein wunderschönes Land, nette Menschen und tolle Erlebnisse haben die letzten 3 Wochen zu einem unvergesslichen Abenteuer gemacht.
Für uns 3 ist klar: Wir kommen wieder! Beim nächsten Mal geht es dann auf die Nordinsel.

Auch beim Abendessen stoßen wir nochmal auf unsere Reise mit einem letzten „Neuseelandweinsche“ an. Eine nette ältere Dame aus England, wohl Hippie so bunt wie sie ist, bestätigt ebenfalls unseren Eindruck der neuseeländischen Südinsel. Sie hat sich bereits in den 70ern in die Insel am anderen Ende der Welt verliebt und kommt seitdem immer wieder. So soll auch für uns dies nicht der letzte Aufenthalt gewesen sein.


Tag 18: Hamner Springs – Christchurch

Nachdem Aufwachen gibt’s nochmal ein ausgiebiges Frühstück und dann heißt es Sachen packen und den Van wieder in einen astreinen Zustand versetzen bevor wir wieder nach Christchurch düsen. In den 3 Wochen haben wir unser Hab und Gut in wirklich jeder Ritze des Vans verstaut und dies gilt es nun wieder in unsere Rucksäcke zu quetschen.
Nachdem das Wunder vollbracht ist und auch der Van wieder glänzt, geht unsere letzte Fahrt der Reise Richtung Christchurch.
Bevor Katharina und ich den Van dann abgeben, setzen wir Alicia noch am Flughafen ab. Ihr Flieger geht bereits mittags, während wir beide noch bis früh am nächsten morgen warten müssen.
Wir sagen uns noch ein schnelles „Tschüss, wir sehen uns dann in Sydney“ und schon hebt der Flieger ab.
Wir beide bringen den Van zurück und sind letzten Endes froh, dass wir uns die teuerste Versicherung zu Beginn der Reise geleistet haben, denn mit unserem Riss in der Scheibe und den kaputten Türschlössern, hätten wir sicherlich nochmal drauf gezahlt.
Doch tatsächlich beanstandet der Autofritze, dass zu wenig Sprit im Auto ist und wir sollen ihm nochmal 20$ zum tanken dalassen. Der Penner. Aber wir haben keinen Bock mehr auf Rabatz und geben brav 20$ Tankgeld.
Schließlich verlassen wir mir unserem Handgepäck später für den Flieger und jeder mit einer Mülltüte den Autoverleih und begeben uns in die Innenstadt. In den Mülltüten haben wir das zusammengesammelt, was wir noch schnell mit einem Paket von Neuseeland nach Deutschland schicken müssen (im laufe der Zeit haben sich doch ein paar Teile herauskristalisiert, die man wirklich nicht auf der Reise braucht). Der Versand von Neuseeland aus ist um einiges günstiger als von Australien, deshalb erledigen wir das noch eben von hier aus.
Schließlich gehen wir nochmal schnell zum Supermarkt und kaufen Proviant für die Nacht und nehmen den nächsten Bus Richtung Flughafen. Der Plan ist, die Nacht hier zu verbringen um uns Hostelkosten zu sparen, welches wir ja eh nur wenige Stunden in Anspruch nehmen würden.
Bereits bei der Ankunft in Christchurch haben wir am Flughafen den Übernachtungsbereich für Fluggäste ausgekundschaftet und dieser schien nicht allzu schlecht zu sein.
Als wir jedoch am Flughafen ankommen finden wir anstelle des Übernachtungsbereiches ein Schild vor, welches besagt, dass eben dieser vor wenigen Tagen wegen Bauarbeiten geschlossen wurde. Alle Fluggäste werden gebeten zwischen 0:00 und 3:00 den Flughafenbereich zu verlassen.... W h a t t h e F u c k...???
Auch die Informationstante bestätigt, dass wir nicht über Nacht bleiben können. Uns wird ein Motel in der Nähe empfohlen, welches mal eben 180$ pro Person kosten soll. Haha!!!
Zwar haben wir geplant nicht mehr aufmüpfig zu werden, aber wir protestieren und bleiben wie zahlreiche andere Backpacker mal einfach in der Wartehalle sitzen bis wir schließlich um Punkt 0:00 vor die Tür gesetzt werden.
Wie ich ja bereits erwähnt hatte, ist es Winter in Neuseeland und dementsprechend sind auch die Temperaturen. Außerdem ist es nass draußen, so dass man sich nicht einmal gescheit irgendwo hinhocken kann. Mal ganz abgesehen davon, dass wir auch jeweils 30kg Gepäck mitschleppen (Wir haben noch unsere Campingausrüstung aus Mildura dabei).
Ein netter junger Herr der Flughafen-Security hat schließlich Mitleid und flüstert Katharina ins Öhrchen, dass wir den blauen Fußspuren folgen sollen.
Wir sind beide nicht sicher ob wir den jungen Mann richtig verstanden haben und zweifeln an unseren Englischkenntnissen. Was soll das denn für ein Spiel sein? Flughafenschnitzeljagd???
Aber tatsächlich entdecken wir am Flughafenausgang blaue Fußspuren auf dem Boden und wie uns aufgetragen wurde, folgen wir diesen. Was soll schon schief gehen? Wir haben ja genügend Zeit!
So machen wir uns mit einer Holländerin zusammen auf den Weg und entdecken nach ca. 300 Metern das Arctic Center in Christchurch. Im Innenhof des Centers holen wir unser Zelt raus und unsere Schlafsäcke, kuscheln uns zusammen, schmeißen den Laptop an, holen unseren Proviant raus und schauen uns bei Eiseskälte vorm Arctic Center in Christchurch um 0:30 in der Nacht den Film „Avatar“ an. So vergeht die Zeit im Flug und pünktlich mit Ende des Films, er hat ja Überlänge, können wir wieder ins Warme. Und kurz danach sitzen wir dann auch schon im Flieger. Bye Bye New Zealand and hello Sydney!!!

Montag, 8. April 2013

Mildura - VIC - Australien

Mildura - VIC - Australien

Nachdem wir uns von unserem Road Trip ein paar Tage in Melbourne erholen konnten und eigentlich auch nicht viel dort gemacht haben; ein kleines bisschen sightseeing, shopping, rummgammeln und den Genuss eines Aldis (der "german Supermarkt") in fußläufiger Umgebung, mit allerhand Produkten die wir auch von zuhause kennen, mussten wir uns wieder dem Ernst des Lebens zuwenden und uns um einen Job kümmern.

Zunächst haben wir überlegt, dass wir am besten als Nanny arbeiten und haben ganze 5 Bewerbungen rausgeschickt und es hat sich tatsächlich niemand gemeldet :( Dann sind wir wieder zu unserer ursprünglichen Idee zurückgekehrt unser Glück als Erntehelfer zu versuchen.
Unser Couchsurf-Host aus Adelaide, der gute James, hat uns da glücklicherweise mit Insiderwissen versorgt und einem Namen. Auf der Homepage OneBigFamily.com.au finden wir auch die passende Nummer zum Namen und schon haben wir einen Job - Traubenernte heißt der Weg zum Geld. Prima, das ging ja einfach... Doch schnell zeigt sich der Haken an der Sache: Wir haben zwar einen Job, aber Larry, so der Name desjenigen welcher, kann uns keine Betten in seinem Hostel anbieten, da alles voll belegt ist. "Egal" denken wir uns, hauptsache ein Job, ein Bett finden wir schon noch woanders.
Dies stellt sich jedoch schnell als eine absolute Fehleinschätzung heraus. In keinem Hostel, Hotel, Motel oder sonst irgendwas ist noch ein Bett frei alles komplett ausgebucht und zwar von Backpackern die zur Traubensaison als Erntehelfer arbeiten. Uns bleibt keine andere Möglichkeit als ein Zelt zu kaufen, ne schicke Luftmatratze und wir gönnen uns auch noch ne Lampe, damit wir Nachts was sehen können. Für die nächste Woche heißt unsere Adresse River Road Caravan Park irgendwo im Nirgendwo zwischen Mildura und Merbein, Victoria - Australien.

Nachdem alle Vorbereitungen getroffen sind wollen wir die letzten beiden Tage in Melbourne noch genießen bevor es ans Schuften geht.
Als wir uns gerade mit einem leckeren marokkanischen Eintopf zum Mitnehmen vor der State Library auf die Wiese hocken kommt ein Anruf von Larry und der Plan, noch einen weiteren Tag in Melbourne genießen zu können, löst sich in Luft auf. Wir sollen doch früher anreisen, weil der Job einen Tag früher beginnt als geplant.
So geht unser nächster Weg zum Bahnhof Zugtickets besorgen und danach wieder ins Hostel, Sachen packen und am nächsten morgen um kurz nach 7 stehen wir am Gleis und steigen in den Zug nach Swan Hill, um von dort mit dem Bus nach Mildura zu fahren. Von Melbourne aus dauert die Anreise 8 Stunden. Mittlerweile ist es für uns jedoch zur Gewohnheit geworden ständig auf Achse zu sein und somit gehen die 8 Stunden auch schnell herum.
In Mildura angekommen gönnen wir uns das Taxi zum Caravan Park und lernen vom Taxifahrer, dass unser "australian" hervorragend ist und er damit unser mittelprächtiges Englisch meint - aber Danke für die Blumen.
Nachdem wir unser Zelt aufgebaut haben checken wir erst einmal die Lage aus. Küche, BBQ und Pool sind vorhanden. Der Busfahrplan lässt allerdings Böses ahnen. So fährt der öffentliche Nahverkehr zwischen Merbein und Mildura nur 4 mal täglich und der letzte Bus kommt um halb 4. Der nächste Supermarkt ist ca. 3 km entfernt und das Thermometer schreibt 42°. Gut, dass wir in Melbourne nochmal im Aldi waren!

Für den Abend kündigt sich Larry an, um zu begutachten ob wir auch gute Arbeiter sind. Nachdem wir bisher nur telefonisch mit Larry kommuniziert haben und auf Grund der Angaben auf seiner Homepage, auf der auch ein kurzer Werdegang präsentiert wird, ist Larry nach unserer Vorstellung ein mittelalter bis älterer Herr, vielleicht selber Farmer und groß gewachsen, lässt zumindest die tiefe Stimme vermuten. Tatsächlich entpuppt sich Larry als kleiner, aufgepumpter Gartenzwerg italienischer Abstammung mit längeren wallewalle Haaren und 'nem Zahnstocher im Mund. Er trägt ein Baseballcap, Achselshirt (betont natürlich den Oberkörper) und Shorts und ist vielleicht so um die 30 Jahre alt. Insgesamt also das komplette Gegenteil von dem was wir uns vorher ausgemalt haben.
Das Gespräch verläuft ganz locker und wir sind natürlich gute Arbeiter und so ist unser erster Arbeitstag für den übernächsten Tag angesetzt.
Na gut, also doch noch einen Tag zum erholen nur leider nicht in Melbourne sondern in Mildura. Immerhin die Chance nochmal den Kühlschrank aufzufüllen bevor es ans Traubenpflücken geht. Denn dann würden wir selbst den letzten Bus nach Feierabend nicht mehr bekommen.
Mildura ist ein verschlafenes Nest mit ca. 50000 Einwohnern, zur Traubenernte steigt die Einwohnerzahl jedoch um hunderte Backpacker die sich vor allen Dingen hier abmühen um ein Visum für das 2. Jahr in Australien zu bekommen.
Unser 1. Arbeitstag beginnt morgens um 6:30. Larry holt uns am Caravan Park ab, schon an Bort der Limousine sind unsere 4 Arbeitskolleginnen aus Irland + Larry als Fahrer und dann noch wir beide - nicht das ein Missverständnis auftaucht, es handelt sich um einen 5-Sitzer, es wird also direkt kuschelig.
Die Irinnen sind mal total crazy drauf. Auf dem Weg zur Arbeit kommt eine Obszönität nach der anderen und ein dreckiger Witz folgt dem nächsten. Die kommenden Wochen scheinen lustig zu werden.
Auf der Farm werden wir von den Farmern Geri und Jack begrüßt; wir bekommen ein Messerchen in die Hand gedrückt und schon kann der Spaß losgehen. Langsam aber stetig füllt sich Eimerchen um Eimerchen mit vielen vielen Sultana Trauben.

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Nach knapp 2 einhalb Stunden brüllen uns die Farmer vom Ende der Weinrebenreihe irgendwas zu... "Smoooookooooo" keine Ahnung was das heißen soll. Sie winken uns heran, also marschieren wir die zum Ende der Reihe und... Super. "Smoko" ist australisch und heißt Kaffee und Zigarettenpause. Auf Geris Pickup stehen also Kaffee und Tee, Sandwiches, Kekse und Kuchen, den Geris Frau gebacken hat, bereit. Damit hatten wir nicht gerechnet, so freuen wir uns umso mehr über die kleine Stärkung für Zwischendurch.

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Nach der kurzen Erholung geht es wieder an die Arbeit bis um 16:00 dann schließlich Feierabend ist und wir von Larry wieder im Caravan Park abgesetzt werden.
Das ist so ungefair der Tagesablauf für die nächsten Tage. Außerdem haben wir jetzt neue Spitznamen, denn die australischen Farmer halten sich wohl nicht gerne lange auf mit irgendwelche langen europäischen Namen; so sind wir nun Kat und Steph.

Da es unglaublich heiß ist genießen wir auf dem Campingplatz nach der Arbeit ein Bad im Pool und/oder gönnen uns ein Eis, welches man immerhin auf dem Campingplatz kaufen kann.
Wir stellen schnell fest, dass der Platz in asiatischer Hand ist, denn die meisten Bewohner und auch die Arbeitskräfte kommen irgendwie alle aus Asien. Neben Asiaten scheinen sonst nur noch französischsprachige Menschen dort zu sein und wir. Wir freunden uns mit ein paar frankokanadischen Mädels an, die allem Anschein nach auch noch leidenschaftliche Picker sind.
Während bei uns nach ein paar Tagen schon die Knochen schmerzen, haben die beiden wohl jeden Tag mehr Spaß an ihrem Job. Jedem dass Seine...

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Nachdem es entweder mega heiß ist im Zelt oder wir auch bibbernd vor Kälte im Zelt schlafen müssen und es plötzlich auch noch zu regnen beginnt und wir uns nicht sicher sind, ob unser kleines Zelt dem Stand hält (weil wir uns beim Kauf gegen das Zelt mit Wassersäule entschieden haben, weil es teurer war) freuen wir uns als Larry uns mitteilt, dass wir am Ende der Woche ins Hostel ziehen können. Juhu das heißt auch, dass wir einen Supermarkt direkt um die Ecke haben werden.

Nachdem wir auf Geris Farm alle Trauben gepflückt haben, geht es auf Jacks Farm. Der gleiche Job, nur dass Smoko ist nicht so gut wie bei Geri. Während Geris' Frau unglaublich gute Sandwiches gezaubert hat und auch gebacken hat, gibt bei Jack normale Sandwiches und gekauften Kuchen. Aber dafür überrascht er uns Mädels am Valentinstag. Nachdem Michelle (eine der verrückten Irinnen) am Tag zuvor etwas traurig war, dass es keine Blumen zum Valentinstag geben wird, hat Jack für jede Dame ein Blümchen besorgt - eine mega Überraschung als wir uns fürs Smoko im Schuppen treffen.

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Wo Michelle an dieser Stelle schon erwähnt wurde, muss hier auch ausführlicher auf diese Person eingegangen werden. Michelle - genannt Wee Trunks - also MiniHosen, ist ca. 1,50 groß und hat von den irischen Mädels die größte Schnüss am Kopp. Diese junge Dame nimmt kein Blatt vor den Mund und teilt jedem der es hören will, oder auch nicht hören will, offenkundig ihre Meinung mit. Dies ist mitunter sehr spaßig und wir haben immer was zu lachen. Leider hat Michelle panische Angst vor allem was Beine oder Flügel hat und dass passt bei der Traubenernte leider nicht so gut.
Zwischen den Trauben findet man immer mal wieder Spinnen, Käfer, Ohrenkneifer, Marchflys (riesige Fliegen) usw. und jedes Mal wenn irgendwas nur in der Nähe ist, fängt Michelle an zu schreien wie am Spieß. Unglücklicherweise wurde direkt zu Anfang der Fehler gemacht ihr zu erzählen, dass man unter Umständen auch die Redback Spider in den Trauben finden kann. Diese Spinne ist die 4. giftigste Spinne die es auf der Welt gibt. Diese Information ist natürlich nicht gerade förderlich, wenn man möchte, dass jemand mit Spinnenphobie als Erntehelfer in den Trauben arbeitet. So hört man in den ersten Tagen ca. alle 5 Min. Schreie als ginge es um Leben und Tod, weil Michelle in jedem Tierchen eine RedbackSpider erkennt. Sobald sie sich von dem ersten Schock dann erholt hat hört man dann nur noch Dinge wie: "Fuck off", "Fuck Sick", "Fuck You", "Fuckin Spider", "Fuckin Flys", "What the Fuck" oder auch einfach nur "Fuck". Da Michelle aus dem schönen Belfast kommt, hat sie einen sehr ausgeprägten irischen Akzent, so ist es für uns anfangs sehr schwer überhaupt irgend etwas zu verstehen was sie sagt und alles was wir aus ihrem gebrabbel herausinterpretieren können, ist eben genanntes.

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Unser Umzug ins Hostel bringt Ernüchterung mit sich. Eigentlich dachten wir, dass das Hostel nur eine Verbesserung sein kann, aber als wir in unserem Zimmer ankommen sind wir uns nicht mehr so sicher. Es herrscht das absolute Chaos. Klamotten und Müll fliegt durch das ganze Zimmer, die Lampe ist bereits seit einem Monat kaputt und es gibt kein Aircondition. Bei der Rundführung stellen wir fest, dass auch 2 von 4 Duschen "out of order" sind und dass es auch nur auf einer Toilette Licht gibt. Der Anblick der Küche versetzt uns regelrecht in Schockstarre. Hier liegen Essensreste auf dem Boden, überall dreckiges Geschirr und eine Ameisenstraße führt einmal quer hindurch. Ach du scheiße! Aber wir haben keine andere Wahl. Nirgendwo anders ist was zu bekommen und auf dem Camping Platz können wir ohne fahrbaren Untersatz auch nicht bleiben. Prost Mahlzeit!!!!
Wir arrangieren uns und nehmen das Chaos hin. Im Hostel selbst führt die irische Fraktion das Regiment. Eine ganz neue Situation für uns, denn in allen anderen Hostels in denen wir bisher waren lag die Hochherrschaft bei den deutschen Backpackern. Neben den Iren sind noch die Franzosen mit an der Spitze und dann kommen die Italiener und irgendwann dann kommen erst die Deutschen.

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Gerade einen Tag im Hostel schon heißt es PunchNight am Freitagabend. Von unseren kleinen irischen Leprechauns werden wir schon drauf vorbereitet, dass das übel enden wird, denn jeder im Hostel wird sich gnadenlos die Kante geben mit einer fragwürdigen Mischung aus Wodka, Goon und irgendwelchen Sirups was sich zusammen dann Punch nennt.
Es kommt schließlich wie es uns prophezeit wurde, 18:30 (man fängt früh an, damit man ggf. doch noch früh ins Bett kommt falls man arbeiten muss) stehen 5 Kisten a 10(oder mehr) Liter Punch zum feucht fröhlichen Besäufnis bereit und ca. 1 Stunde später ist die Stimmung unter den Hostelbewohnern bereits ganz groß. Wir trinken die 5$ die wir jeweils für den Punch investiert haben wieder rein...und vielleicht auch ein bisschen Passion Pop (sowas wie Asti) und strunkeln ins Bett. Ja und PunchNight ist dann auch jeden Freitag....

Der Farmer Jack hat uns am Samstag zu einem Ausflug eingeladen, damit wir ein bisschen die Gegend kennenlernen. So fahren wir nach Wentworth, schauen uns an wo der Murary River und der Swan River aufeinander stoßen, irgendeinen berühmten Obdachlosen der als Statue verewigt wurde, eine große Walze und dann geht's noch zum Sandborden.
Dazu gibt's ne kleine Geschichtsstunde zu Australien und die Info, dass die Geschichte Australiens erst 250 Jahre alt ist, verstehen unsere kleinen Irinnen leider völlig falsch. Die glauben tatsächlich das der Kontinent Australien erst vor 250 Jahren aus dem Ei geschlüpft ist und machen riesige Augen und können es kaum glauben. Wir haben dabei natürlich unseren Spaß. Naja unseren "day off" haben wir auf jeden Fall gut genutzt und jetzt wissen wir Bescheid was unsere Umgebung angeht.

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Montag geht's für uns auf eine neue Farm. Diesmal sind wir bei Bruno und Nancy. Während wir bei den anderen Farmern nur Sultanas gepflückt haben, aus denen man Sultaninen macht, machen wir uns hier auch an die Korinthen, Walthans und Gordos, aus denen Rosinen gemacht werden, ran.
Zu unserem Leidwesen wird anscheinend mit jeder Farm das Smoko schlechter. Bei Nancy und Bruno gibt es entweder Sandwiches oder Muffins oder Rosinenkuchen und der Kaffee ist auch arg dünn. Wie sehne ich mich im Moment nach einem vernünftigen Filterkaffee oder gar einem Latte Macchiato. Hier, wie bei allen Farmern, steht nur beschissener instant Kaffee auf der Tagesordnung - ätzend!
Naja wieder mal die Messer gewetzt und ran an die Trauben.. Tag ein Tag aus.

Nachdem wir bereits eine ordentliche Masse abgearbeitet haben geschieht es in der 2. Woche auf Brunos und Nancys Farm, dass nachts ein unglaublicher Regenschauer nieder geht und es viel zu nass ist um zu pflücken. Wir reisen trotzdem zur Farm an und es heißt erst mal warten... lange fragen wir uns worauf wir warten, bis dann schließlich jemand erwähnt, dass wir darauf warten dass die Weinstöcke trocknen damit wir pflücken können. Das ist wohl eine Wunschvorstellung bei der aktuellem tropischen Wetterlage... so hauen wir nach ca. 1 1/2 Stunden Wartezeit ab und genehmigen uns einen wohlverdienten day off.
In den kommenden Tagen sinkt das Thermometer rapide, so ist es zeitweilig nur 10 Grad und aus Irland erreicht uns die Nachricht, dass es sogar dort wärmer ist als bei uns. Schön auch, dass wir die Winterklamotten zuhause gelassen haben. Wir gehen also im Zwiebellook zur Arbeit, denn Nachmittags ist es dann doch notwendig sich langsam zu entblättern, denn tatsächlich klettert der Temperaturanzeiger von morgentlichen 10 Grad nachmittags auf 35 Grad.
Nach ein paar Tagen normalisiert sich jedoch das Wetter und das Arbeitsleben geht seinen gewohnten Trott.

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Das Leben im Hostel geht im Grunde auch seinen gewohnten Trott, da sich die Grüppchen im Hostel länderweise sortieren und wir als deutsche in der Minderheit sind halten wir uns an die deutschen Mädels die im Caravan Park wohnen, aber regelmäßig zu den PunchNights im Hostel auflaufen. Zudem haben wir ein deutsch-australischen Pärchen kennengelernt, die pennen in ihrem Van auf dem Parkplatz vorm Hostel. So haben wir nun auch eine Fraktion der wir angehören.
Nach ca. 3 Wochen Hostelaufenthalt nimmt das Chaos in unserem Zimmer ein Ende. Die Irinnen verlassen nach 4 und teilweise auch 5 Monaten Daueraufenthalt Merbein. Die Hinterlassenschaften: eine Kiste mit äußerst fragwürdigen Klamotten (a la Madonna, aber Madonna aus den 80ern) und einen riesigen Müllhaufen. Um ehrlich zu sein sind wir auch nicht so traurig, dass die Mädels weg sind. Sie waren ganz nett, aber nett ist bekanntermaßen ja auch die kleine Schwester von Scheiße.
Wir können nun auch von der ersten Etage unseres Etagenbettes ins Erdgeschoss ziehen, nach 4 Jahren Münster und dem ewigen gekraxel ins Hochbett genießen wir nun, wenn wir mal nicht klettern müssen.

Nachdem der ganze Müll beseitigt ist und ordentlich gestaubsaugt, erstrahlt das Zimmer im neuen Glanze. Zum vollkommenen Glück fehlt jetzt nur noch ein Licht. Man kann nicht alles haben!

Da man nicht soviel in Merbein machen kann,( hier gibt's einen Supermarkt, eine Bank und ein Freibad) planen wir was vernünftiges zu unternehmen an unserem freien Tag in der Woche und suchen uns das Kino als wohlverdiente Belohnung für eine harte Arbeitswoche aus. Der Busfahrplan schränkt unsere Planung jedoch etwas ein, denn der Bus fährt am Samstag nur 4 mal und der letzte Bus zurück ins Hostel geht um 4. Die Lösung: Wir gehen bereits um halb 10 ins Kino, der Film: "Save Haven" basierend auf dem Buch von Nicholas Sparks, also ein richtiger Mädchenfilm. Schön!!!
Schnell noch in den Supermarkt und Chips und Gummibärchen gekauft und der Tag ist perfekt! So einfach kann man einen glücklich machen nach mittlerweile 4 Wochen Traubenernte irgendwo in der Wallapampa in Victoria - Australien.

Am 17. März ist St. Patricks Day. Bruno gibt uns netterweise und vor allen Dingen wegen Michelle, weil sie sicher nicht nüchtern zur Arbeit erscheinen würde, das ganze Wochenende frei. Wir freuen uns mega auf ein Party Weekend und planen als Wochenendgetränk Wodka Raspberry.
Wie an jedem Freitag der Woche ist auch heute Zahltag bei Larry an und er fragt natürlich prommt, ob wir nicht Lust auf einen Job am Wochenende hätten.
Weil wir nun mal hierher gekommen sind, um zu arbeiten und vor allen Dingen um Geld zu verdienen und in der letzten Woche der Scheck leider nicht so gut ausgefallen ist wie wir und das erhofft haben, entscheiden wir uns doch zu arbeiten. Das heißt andersherum aber nicht, dass wir jetzt gaaar nicht feiern. Ein bisschen St. Paddys Day Feierei muss drin sein... schließlich haben wir schon den Wodka Raspberry organisiert (schwarz gebrannt von einem Farmer).

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Am ersten Tag auf Cols' Farm kommt uns alles ein bisschen spanisch vor. Zunächst sind wir die einzigen die dort arbeiten, was bisher nie so war; wir waren immer mit mehreren Pickern am Start. Nachher tauchen noch 2 weitere dubiose Traubenpflücker auf. Der eine sieht aus wie ein Indianer, hat aber leider keine Zähne im Mund ist aber immerhin 8facher Familienvater, der andere ist weniger auffällig. Und Col scheint auch ein ganz lustiger Geselle sein und haut einen "Witz" nach dem anderen raus, er lacht zumindest immer über das was er sagt. Wir verstehen seine Witze aber nicht und lachen aus Unsicherheit trotzdem einfach mal mit.

Für uns heißt es hier mal wieder Sultanas pflücken, leider ist die Sultana Saison schon vorbei und die Trauben fallen fast alle auf den Boden. So bekommen wir unsere Eimerchen nur schwerlich voll, aber auch egal. Ein paar Dollar extra am Wochenende reicht. Wir geben uns erst gar keine Mühe vernünftig zu arbeiten. Irgenwie zählt der Farmer unsere Eimerchen auch nicht. Auf den anderen Farmen haben die Eimeraufsammler immer die Eimer gezählt die wir gepickt haben, weil wir ja pro Eimer bezahlt werden. Col scheint das scheißegal zu sein. Der fragt uns immer wie viele Eimer wir schon haben...wie gesagt, alles etwas komisch auf der Farm.

Wie vorgehabt feiern wir Abends den St. Paddys Day und unser Wodka sorgt bei uns für beste Stimmung. Das ganze Hostel feiert mit den Iren und die Stimmung ist groß. Auf Grund dessen schaffen wir es auch erst spät ins Bett und auch erst spät wieder raus... so kommen wir am nächsten Tag etwas nach der Zeit auf der Farm an, scheint aber keinem aufzufallen. Da wir noch ziemlich müde sind und auch wenig motiviert sind und vielleicht auch einen leichten Hangover haben, geht die Arbeit nur schleppend voran und um 3 hissen wir die Segel und hauen ab. Das zusätzliche Wochenende Arbeit hat sich nicht wirklich gelohnt, denken wir uns rechnen vielleicht mit 50 - 60$ Lohn für die beiden Tage. Umso mehr freuen wir uns, als wir am nächsten Tag jeder 100$ Cash in die Hand gedrückt bekommen. Die haben wir definitiv nicht verdient, soviele Eimer haben wir im Leben nicht gepflückt am Wochenende, aber egal. Wir nehmen die Kohle und stiefeln auf dem schnellsten Wege von der Farm bevor Col uns die Kohle wieder abnimmt.

Wieder zurück bei Bruno und Nancy auf der Farm wird die letzte Woche eingeleutet. Juhuuu...nach 5 Wochen auf dieser Farm beenden wir 21.03. unsere Arbeit dort! Auch wenn unser Aufenthalt in Merbein und damit die Arbeit noch nicht beendet ist, freuen wir uns tierisch, dass wir die Arbeit auf dieser Farm hinter uns gebracht haben...

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Der nächste Job lässt nicht lange auf sich warten; bei Andrew verbringen wir zwei Arbeitstage mit Pruning und Crown Picking also Weinreben zurechtstutzen und die oberen Trauben pflücken, um diese dann auf Leinen zu hängen. Nachdem wir diesen Job beenden verspricht und Larry mit dem nächsten Job eine Überraschung und tatsächlich...es hat nichts mit Trauben zu tun, aber die Überraschung gefällt uns zunächst mal gar nicht, denn für uns heißt es nun Knoblauchen pflanzen. Man möge sich nun mal vorstellen mit welchem Gestank man zu kämpfen hat wenn man bei 33° mit einem Kontainer Knoblauch konfrontiert wird. Es ist nicht schön! Zunächst ist unsere Aufgabe die einzelnen Knoblauchzehen auseinander zu piddeln, um diese dann später einzupflanzen. Zum einpflanzen werden die Zehen fein säuberlich in Zweierreihen in die Erde gedrückt. Das gibt ordentlich Rücken bzw. mit der speziellen Einpflanztechnik geht das ganze massiv auf die Gesäßmuskulatur. Natürlich riechen die Finger am Ende des Arbeitstages ordentlich nach Knofi und auch die Dusche nach der Arbeit hilft nicht besonders gegen den Knoblauchgeruch, aber der Lohn für die Arbeit lässt unsere Augen leuchten und so laufen wir gerne ein paar Tage mit einer Nuance Knoblauchgeruch durch die Gegend.

Im Hostel herrscht derweil große Aufbruchstimmung, die ganzen Franzosen die auch während der 2 Monate die wir nun in Mildura sind mit uns im Hostel verbracht haben (6 Frenchis) , als auch unsere Landesgenossen Lukas und Tanja und Jenny und Scott verlassen das Hostel. Katharina und ich sitzen jetzt noch mit Max und Moritz (kein Scherz) als einzige Deutsche bei Larry im Hostel rum.
Doch während sich alle verdünnisieren und wir nun zu 2. ein 8 Bett Zimmer bewohnen, hat sich heimlich, still und leise ein ungebetener Mitbewohner bei uns breit gemacht.
Eines freien Tages als Katharina und Steffi sich zu Tode langweilen und nur auf dem Zimmer hocken, huscht plötzlich etwas über den Boden. Oh schreck! Schnell vom Bett gesprungen unter die Kommode geschaut aber, nichts. Dann huscht wieder etwas ganz Flink über den Teppich...und dann ein spitzer Schrei "Ahhhhh.." Es ist eine Maus. Das Mauseloch ist direkt neben Katharinas Bett.

Was bei Pipi Langstrumpf einst zu Weihnachten war, nämlich auch eine kleine Maus, die dann eine riesen Portion Käse geschenkt bekommen hat haben wir nun also zu Ostern. Von uns bekommt sie Oreo Kekse, Cornflakes und Erdnüsse und einen Namen. Sie heißt jetzt Tinkerbell.

Mit Scott und Jenny machen wir zudem Ostereiersuche und ein wunderschönes Osterfrühstück. Hier findet sich dann der German Clan zusammen - also auch noch Lukas und Tanja aus Deutschland. Richtig cool!

Nach Ostern überrascht uns dann auch noch Larry... diesmal tatsächlich positiv, denn unser neuer Job ist in der Factory. Hier müssen wir die Trauben die wir geerntet haben und inzwischen zu Rosinen geworden sind von Zweigen und Steinen befreien und dann in Kartons verpacken... dass passiert natürlich auch alles mit Hilfe von Maschinen. So haben wir jetzt den ganzen Kreislauf von der Traube bis zur Müsli Rosine einmal miterlebt - jetzt sollen die von der Sendung mit der Maus hier anrücken und einen Film drehen. Hoffentlich kommen die bald!!!

To be continued...

Sonntag, 3. März 2013

Die australische Arschloch-Fliege

Die australische Arschloch-Fliege

In den vergangenen Wochen unserer Australien-Reise sind wir immer wieder mit der Gattung Arschloch-Fliege in Berührung gekommen. Bereits am Ayres Rock ist sie uns sehr negativ aufgefallen oder auch im Outdoor Kino in Adelaide und auf diversen Camping Plätzen entlang der Great Ocean Road. Doch was wir im Moment erleben, während wir hier mit derTraubenernte beschäftigt sind, damit ganz Europa Rosinen im Müsli hat, dass ist kaum zu übertreffen.

Die australische Arschloch-Fliege ist zunächst von der normalen Stubenfliege (lat. Musca domestica) nicht zu unterscheiden. Rein äußerlich ist sie ebenfalls grau bis schwarz mit einer Musterung auf dem Leib, hat sechs Beine, gehört zu der Familie der Zweiflügler und besitzt diese komischen Fliegenaugen dazwischen auffälliges Mundwerkzeug. Insgesamt also, wie Fliegen generell, nicht hübsch oder schön anzusehen.

Die Kern-Charakterzüge, so man davon sprechen kann, ähneln ebenfalls denen der heimischen Stubenfliege, jedoch sind diese um das 10-fache zu potenzieren - und wir sprechen hier nicht von positiven Eigenschaften.

Ohne die Eigenschaften näher erläutern zu wollen und auch nur um zu verdeutlichen, welche wesentlichen Grundeigenschaften für eine übermäßige Penetration der Gattung Arschloch-Fliege auf den Menschen ursächlich sind, kann man diese wie folgt zusammenfassen:

nervtötend
dreist
boshaft
aggressiv
aufdringlich
impertinent
unverfroren
schamlos
rücksichtslos
frech
unverschämt
anmaßend
quälend
peinigend

Ich möchte das Ganze an dieser Stelle nicht auf die Spitze treiben, so seien hier wirklich nur die Kerncharakterzüge erwähnt. Wie schon erwähnt werden Deteils zu den einzelnen Charakterzügen nicht erläutert, im Folgenden nur zusammenfassend dargestellt unter der Frage:

Wodurch äußern sich die mehr als nur schlechten Eigenschaften der Arschloch-Fliege?

Im Vergleich zu der bekannten Fliegen-Gattung daheim, die mitunter auch sehr nervig sein kann, zeichnet sich die Arschloch-Fliege durch ein sehr aufdringliches Verhalten aus.
Während die heimische Art einfach davon fliegt, wenn sie verscheucht wird z.B. durch ruckartige Handbewegungen, bleibt die Arschlochfliege einfach an Ort und Stelle sitzen oder verkriecht sich gar in der nächstgelegenen Körperöffnung, sprich: Nasenloch, Ohrloch oder, wenn es ganz dumm läuft, im Mund und Rachenraum.
Ist keine Körperöffnung in unmittelbarer Reichweite der Arschloch-Fliege und dem Opfer gelingt es zunächst eben diese zu verscheuchen, ist sie nicht zimperlich und greift das Opfer frontal an.
Hier zieht sie zum Angriff den Direktflug in eine der besagten Körperöffnungen vor, oder Sturzflüge direkt ins Auge des Opfers.

Dieses impertinente und unverfrorene Verhalten der Arschloch-Fliege hat verheerende Folgen für Menschen die sich gerade bei der Traubenernte befinden. Erntehelfer sind mit scharfen Messern ausgerüstet, die dazu dienen die Traubenstauden von den Ästen zu schneiden. Das terroristische Verhalten der Arschloch-Fliege führt dazu, dass Erntehelfer immer wieder um sich schlagen, eigentlich um zu verhindern dass dieses Wesen in irgendwelche Öffnungen krabbelt. So kommt es immer wieder zu schweren Verletzungen während der Traubenernte, weil Erntehelfer sich selbst mit den Cuttermessern verletzen.
Das schamlose Verhalten der Arschloch-Fliege führt wiederum dazu, dass sich die Traubenernte enorm verzögert, da man sich nicht mehr darauf konzentrieren kann die Trauben von den Reben in den Sammeleimer zu befördern, sondern vielmehr damit beschäftigt ist, die Arschloch-Fliege von sämtlichen Körperöffnungen fernzuhalten.
Um einem übermäßigen Eiweißkonsum zu entgehen empfiehlt es sich für den geneigten Erntehelfer, während der Ernte nicht zu sprechen oder durch den Mund zu atmen, diese Fliegen-Gattung findet mit 100%iger Sicherheit den Eingang zum Mund Rachenraum sobald dieser geöffnet ist. Zum Schutz gegen Frontalangriffe ins Auge eignet sich eine Taucherbrille ideal und die Ohren lassen sich nur durch Ohrenschützer vor der Arschloch-Fliege bewahren.
Der geneigete Leser möge sich nun also ein Bild machen von jenen, die in Australien Trauben ernten, damit sämtliche Europäer Sultaninen und Rosinen im Müsli und Kuchen genießen können. Nicht zu vergessen ist dabei der Hut mit der weiten Krempe, denn die starke australische Sonne ist ebenfalls nicht zu unterschätzen. So verhindert ein Hut zum einen den Sonnenstich und zum anderen den Sonnenbrand im Nacken.
Nun dürfte also klar sein, welches Leid australische Erntehelfer durch die aufdringliche Arschloch-Fliege erfahren und wie sehr sie sich zum Affen machen müssen um sich selbst vor diesem Monster zu schützen.
Der abschließende Appell an alle, die dem Verzehr von Rosinen und Sultaninen nicht abgeneigt sind, lautet somit: Genießt jede einzelne und würdigt die harte Arbeit von armen Backpackern in Australien, die neben den Leiden die sie durch die Arschloch-Fliege erfahren nur einen Hungerlohn verdienen.

Montag, 18. Februar 2013

Great Ocean Road - SA/VIC - Australien

29.01. heute geht's los. Nachdem wir in der letzten Woche via Gumtree (dem Onlineportal für fast alles in Australien -> Arbeit, Trödel, Kontakte etc.) Mitreisende nach Melbourne über die Great Ocean Road gefunden haben (Jeroen aus den Niederlanden, Sandra aus dem schönen Erding und Gina, die haben wir aber in der Tram gefunden) und wir uns um einen "vernünftigen" Wagen gekümmert haben (es ist ein Wicked Van aber später mehr dazu), kann es endlich losgehen.
Ersteinmal den Wagen abholen. Es ist ein Minivan; er hat eine kleine Küche im Kofferraum; er bietet Platz für 5 Personen und vor allen Dingen ist er bunt. Innen bunt außen bunter, prima! Nachdem der Hahn im Hühnerstall sich als erster Fahrer zur Verfügung stellt, geht's zunächst durch den Stadtverkehr in Adelaide (Linksverkehr: Obacht!!!) um unser Gepäck einzuladen. Nachdem jenes geschafft ist, kommen bei uns erste Zweifel auf, denn irgendwie schmälert sich der Eindruck, dass 5 Mann inklusive Gepäck in diesem Wagen übernachten können.
Aber die Sorgen sind schnell vergessen, schließlich geht unser Roadtrip, den wir uns so sehr herbeigesehnt haben, nun los...
Zunächst geht die Reise Richtung Grampiens, einem Nationalpark der sich quasi auf dem Weg zur Great Ocean Road befindet. Dieser Abschnitt unserer Tour ist der längste. Heute gibt es noch kein Sightseeing sondern nur fahren, fahren, fahren. Jeder, außer Gina, die ist zu klein mit ihren 19 Jahren, darf auch mal ans Steuer und sich dem australischen Linksverkehr stellen.
Bei guter Musik steigt die Laune und unser Ziel ist bald zumindest fast erreicht. Da unsere Mühle nicht die schnellste ist und dringend davon abgeraten wird bei Nacht zu fahren, weil hier und da Kängeruhs und andere Tiere die Fahrbahn kreuzen, entscheiden wir uns kurz vor Einbruch der Dunkelheit auf einem Parkplatz im Nationalpark zu übernachten. Den Ort den wir eigentlich anvisiert hatten, können wir vor Einbruch der Dunkelheit nicht mehr erreichen. Der ist noch eine halbe Stunde entfernt und ein paar Kängeruhs sind uns schon begegnet, also gehen wir auf Nummer sicher und entscheiden uns für Wildcamping. Der Parkplatz hat außer Plumsklos leider nichts zu bieten, aber immerhin...zudem sind weitere Camper da. So sind wir nicht ganz verloren, falls uns nachts wilde Tiere überfallen. Surprise, Surprise die anderen Camper sind natürlich Deutsche, um ganz genau zu sein sind es Sachsen, wie der Dialekt schnell zu erkennen gibt. Die freuen sich das wir da sind, noch ... ^^
Weil wir alle so mega hungrig sind, schmeißen wir schnell den Gaskocher an. Heute gibt's Pasta, ganz extraordinary, aber es geht schnell und schmeckt! Getrunken wird Bier und Goon.

Gina beim kochen. Es gibt Pasta!

Wildcampen...

Während die Mädels ihre häuslichen Fähigkeiten beim kochen ausleben, prepariert Jeroen bereits den Bus für die Nacht (er versucht es, braucht aber unsere Hilfe). Der Bus muss etwas umgebaut werden, damit wir da alle drin schlafen können. So wird der hintere Teil des Busses zu Liegeflächen umgebaut für die das Gepäck weichen muss. Das kommt jetzt in den Fahrerraum. Jeroen organisiert dies dann netterweise alleine, jedoch mit der Ansage, dass wir die Türen vorsichtig schließen sollen, damit kein Gepäck auf die Hupe fällt.

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Das Essen ist auch bald fertig und nach einem langen Tag genießen wir irgendwie doch eher kalte Nudeln mit Tomatensoße und ein gutes Bier bevor plötzlich....DÖÖÖÖHHHHHHHHHH... die Hupe von unserem Van losdröhnt. Wir können nicht mehr vor Lachen. Tja lieber Jeroen, doch nicht so gut gepackt....Nachdem wir uns von unserem Lachanfall erholt haben ist das Problem schnell behoben und wir quatschen und trinken noch bis in die schwarze Nacht hinein, zwischendurch beschweren sich die Sachsen noch über die Lautstärke und etwas später machen wir uns schon bettfertig. Schnell die Schlafsachen aus dem Rucksack geholt, der sich ja vorne im Gepäckraum befindet und dann, das unvermeidliche.... DÖÖÖÖÖÖHHHH....shit! Und diesmal liegt soviel Gepäck auf der Hupe, dass das Problem nicht ganz so schnell behoben ist. Die Sachsen haben sich sicherlich gefreut! Für uns ist es mal wieder die absolute Gaudi.

Jetzt geht's ans schlafen. Und das sieht bei 5 Leuten in einem Minivan folgendermaßen aus:


Zunächst müssen die zwei Sitzplätze hinten umgedreht werden, damit man dort ein Holzbrett drauflegen kann, mit zwei weiteren Holzbrettern auf einem Kasten und drei Matratzen sind die Schlafplätze für 3 Personen schnell hergerichtet. Zwei weitere Personen schlafen unter dem Dach des Vans auf Feldbetten die mit einer Hängevorrichtung versehen wurden. Weder die unten haben viel Platz nach oben, weil dort schon die Feldbetten hängen, noch unter der Decke bleibt viel Raum nach oben übrig. Unser Bussi ist halt nur ein Minivan. Gott sei Dank ist es nicht gerade warm draußen, so ist es nicht so schlimm, dass wir uns alle aneinander kuscheln müssen.

Wie in der Sardinenbüchse, aber wir lieben unseren Van!

Schwierig wird das Ganze, wenn einer aus dem Bus wieder raus muss und leider haben wir alle relativ viel getrunken und wenn einer aufs Klo muss, dann muss derjenige sich natürlich erstmal den Weg zur Tür bahnen.
Unser Hahn im Korb ist leider mit einer Mädchenblase gesegnet und muss ungefair alle 5 Minuten pinkeln. Zwischendurch müssen die anderen dann auch jeweils einmal, außer Katharina, die hat ne "Schweineblase" (O-Ton). So kann man die Nacht nicht gerade als erholsam bezeichnen, weil immer wieder irgendjemand pinkeln muss und alle anderen dann auch aus dem Van müssen.

Am Morgen gibts ein schnelles Frühstück und eine Katzenwäsche für jeden (haben nur Wasser in unserem Kanister, dass reicht noch zum Zähneputzen, der Rest ist fürs spülen drauf gegangen) und dann geht's weiter. In der Touri-Info im nächsten Ort erkundigen wir uns, was man sich dringend ansehen muss und so geht der erste Weg zu den Balconys und der Name ist Programm. Ein Felsen der aussieht wie ein Balkon und mitten ins Tal ragt. Eigentlich ist das betreten verboten, aber wir kommen ja nicht von hier... deshalb haben wir das nicht gewusst.

Die Balconys in den Grampiens

Weiteres Highlight der Grampiens sind die MacKenzie Falls. Da erholen wir uns ein bisschen, wir hatten ja schließlich eine harte Nacht.

Mac Kenzie Falls in den Grampiens

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Danach machen wir uns wieder auf den Weg Richtung Great Ocean Road. Diese Fahrt dauert auch nochmal bis in den frühen Abend, bis wir schließlich in PortFairy ankommen. Dort übernachten wir diesmal auf dem Gumtree Caravan Park. Da uns die letzte Nacht und auch der ganze Tag im Van und die Besteigung der Baconys und auch der MacKenzie Falls so viel Kraft gekostet hat, gönnen wir uns heute was. Es gibt BBQ und einen leckeren Salat. Yummy! Bei Musik und Quatschen neigt sich der Tag dem Ende zu. Alle gönnen sich die verdiente Dusche und schon gehen im Van die Lichter aus.


Am nächsten Morgen zaubert Jeroen für uns das Frühstück. Es gibt Spiegelei und Toast usw. ein wahrer Luxus. Gut gestärkt soll die Reise weitergehen, denn es steht noch viel an.

Rührei zum Frühstück. Geilo!!

Nachdem der Van wieder fahrtauglich gemacht ist und aus unsere Schlafkoje wieder ein Gefährt geworden ist (unser Van ist ein Tranformer) sitzen wir auch wieder im Bus und sind startklar - der Van leider nicht! Der springt nicht an. Verdammt!
Was tun? Erstmal die Batterie suchen. Unsere netten Nachbarn bieten auch sofort Starthilfe an, haben aber auch keine Idee wo die Batterie sein könnte. Also unseren lieben Van an den Wagen unserer Nachbarn angeseilt und so versuchen ihn wieder zum laufen zu kriegen. Während der Van vom Hof rollt, habe ich endlich einen von der Pannenhilfe am Hörer (da muss man wohl auch erst 10 mal anrufen!!!). Cool, ich weiß jetzt wo die Batterie ist, aber der Van ist weg.
Irgendwann taucht der andere Wagen dann wieder auf, Jeroen mit unserem Van nicht (?)
Ja ok. Mhhh...der Van scheint auf jeden Fall wieder zu laufen, aber hat Jeroen uns vergessen? Sind das vielleicht doch zuviele Hühner für einen Hahn???? - Nein! Jeroen biegt bald um die Ecke (haha er ist einmal am Campingplatz vorbei gefahren und hat es nicht gemerkt) und wir springen schnell in unser Autochen und die Tour kann weiter gehen.
Heute geht's zum ersten Mal auf die Great Ocean Road.
Doch der Wettergott ist heute nicht mit uns und lässt es eiskalt Schnürsenkel regnen. So schauen wir uns heute nur die Stelle an wo einmal die London Bridge war, die eine Felsenplattform die zwei Felsen wie eine Brücke miteinander verbunden hat. Das Ding ist aber 1990 eingestürzt und zwei Touristen sind dabei auf dem einen Felsen zurückgeblieben und konnten nicht mehr an Land. Ganz witzig eigentlich, weil diese beiden Leute eine heimliche Affäre hatten, aber durch den Medienrummel der durch den Einsturz der London Bridge entstanden ist, wurde das ganze natürlich aufgedeckt, aber dass nur am Rande...

London Bridge - da war sie mal..



Jedenfalls haben wir uns schnellst möglich wieder von der Küstenstraße verabschiedet und uns in Port Campbell einen Campingplatz gesucht. Den Gemeinschaftsraum haben wir in nullkommanichts eingenommen. Die Pizza in die Microwelle gesteckt (Ofen war nicht vorhanden) und das Bier ausm Auto geholt und die Glotze an... besser kann man einen verregneten Tag unterwegs nichts gestalten.... oder doch???
Es muss noch eine Kiste Goon her stellen wir schnell fest und nach der zweiten Kiste (die fassen jeweils 4 Liter) ist die Stimmung richtig groß. Wir geben unseren Mitmenschen eine Einweisung in klassisches Ballett, küren Scream and Shout von Will i. Am und Britney Bitch zum Roadtrip Song, geben Rat in Liebesdingen und verführen Minderjährige zum Alkoholgenuss....klasse Abend! Dann ist aber auch Zeit fürs Bett. Morgen soll's früh losgehen; wir haben schließlich noch viel vor.

Nach einer fast erholsamen Nacht, es gab einen Pippi-Zwischenfall und alle wurden dadurch wach, geht's es zunächst zu den Gibson Steps und dann zu den 12 Aposteln (es sind aber gar nicht 12 höchsten 9). Als wir Lorne erreichen ist gerade Lunchtime, so genehmigen wir uns Fish und Chips in dem schönen Küstenörtchen und schließlich fahren nach Torquay, unserem letzten Stopp auf der Great Ocean Road.

12 Apostel

Die 12 Apostel!

Da wir auf den Campingplätzen immer ordentlich blechen mussten für fünf Personen und wir arme Backpacker sind, entscheiden wir uns diesmal dafür nur für drei Leute zu bezahlen. Das erscheint uns ein fairer Deal, unser kleiner Bus nimmt schließlich nicht viel Platz weg. Das heißt aber, dass man auch nur 3 Personen sehen darf sobald wir die Campingplatz entern. So verstecken Sandra und ich uns, als wir die Schranke passieren, in Mitten dem Gepäck und bedecken uns mit stinkenden Handtüchern... aber, immerhin, 30$ gespart.
Nachdem die letzte Nacht sehr exzessiv war, lassen wir diesen Abend ruhig ausklingen. Jeroen kocht für uns, wir Mädels gammeln im Van, dann wird lecker gegessen und nicht ganz viel später liegen auch schon alle in den Federn und wir schauen einen netten Film zum einschlafen.

Die Crew und der Van!

Der letzte Tag unseres Roadtrips führt uns schließlich nach Melbourne. Wir genießen nochmal einen wunderschönen Abschnitt der Great Ocean Road mit vielen Klippen und Felsen und stets am blauen Ozean, verewigen uns an der Decke unseres Bussis (das haben alle anderes vor uns auch schon gemacht) und biegen dann auf den Highway Richtung Melbourne. Hier endet unsere Tour. Es war wunderschön und wir hatten eine tolle Zeit und werden dieses Abenteuer sicher nicht vergessen.

Donnerstag, 24. Januar 2013

Adelaide und Kangaroo Island - SA - Australien

Yeay Adelaide. Unsere Tour zum Uluru hat uns ganz schön Kraft gekostet, umso schöner dass unser Hostel in Adelaide mal ein ganz ein schönes ist. Die Betten sind super!!!
Mit vier anderen Mädels aus der Schweiz und Neuseeland und einer die uns ignoriert und wir daher nicht wissen woher sie kommt, teilen wir uns diesmal ein Zimmer.
Da wir im Vorfeld von allen Seiten gehört haben, dass Adelaide mega langweilig sein soll, sind wir natürlich auf das schlimmste gefasst.
Aber Adelaide ist ein Überraschungsei und bisher gaaaar nicht langweilig. Mit Esther unsere Bekanntschaft aus Neuseeland verbringen wir den Abend im OpenAir Kino: Dirty Dancing! Geil. Patrick Swayze sexy Stimme, sexy Kerl... und hammer Film.
Aber das nur nebenbei...

Nachdem uns im Hostel dann ein unschlagbares Angebot unter die Augen kommt, eine Tour nach Kangaroo Island zu machen, können wir nicht widerstehen und buchen kurzehand nach 2 Tagen Adelaide erst einmal 2 Tage Kangaroo Island.
Nachteil: Es heißt mal wieder früh aufstehen. Diesmal geht der Bus Richtung Fähre um 6.00h. Egal! Kangaroo Island wird einfach megaaaaa und wir können im Bus ja auch zur Fähre schlafen.

An der Fähre angekommen wundern wir uns schon ein bisschen über die aktuellen Temperaturen. Gestern war es immerhin noch 42°... wo ist die Sonne hin?
Tatsächlich wird es nicht wärmer, bei 24° bleibt das Termometer stehen und frieren uns den Arsch ab (Luxusprobleme: In Deutschland wäre das bereits ein toller Sommer - wissen wir, aber in den letzten Wochen waren wir anderes gewohnt).
Nach der Überfahrt zur Insel begrüßt uns dann auch schon Jenn unsere Tourguidess für die nächsten Tage. Eine verrückte aber total nette Dame mit einem kleinen Hang zu sexuellen Themen wie: Sexualverhalten von Wallabys und Koalas "Koalas are Babymachines" und auch der immergeilen Seals (australische Seelöwen) und überhaupt... und dann natürlich übertragen auf die menschliche Spezies. Da weisste Bescheid!

Ja jedenfalls unser Tourstart ist bei Farmer Stan (Ist nicht der richtige Name, den haben wir vergessen) auf seiner Schaffarm. Wir lernen seine netten Hündchen kennen und die zeigen uns wie man Schäflein rumtreibt. Dann noch eine kurze Einweisung ins Schafe scheren und wir fahren weiter zu den australian Seals die sich im weißen Sandstrand die Nase waschen. Dutzende Seelöwen liegen da und halten Mittagsschläfchen als wir ankommen. Zu süß. Nachdem uns Jenn mit den wichtigsten Informationen versorgt hat, also insbesondere deren Sexualverhalten geht es weiter zur Eucalyptus- Destillerie. Wir probieren allerhand Kosmetika aus Eukalyptusöl aus und lernen, dass die Hitze in Australien auch Wasserknappheit mitsich bringt, denn die Toilletten dort sind "out of order" weil kein Wasser zum spülen da ist. Dumm gelaufen!
Nach unserem Lunch-Breack und einer netten Bekanntschaft mit einer Emudame, die nicht mehr alle Tassen im Schrank hat und schon zwei ihrer Männer auf dem Gewissen hat, verabschieden wir uns von der Destillerie und fahren zur "Little Sahara" einer Wüste mitten auf Kangaroo Island. Hier ist Sandboarden angesagt. Die Boards werden gewachst; wir erklimmen mit größter Mühe die hohen Sanddünen und ab geht die Post...5 sek. Spaß beim Dünenreiten und weil's so schön war direkt nochmal den Sandberg erklimmen... und noch eine Fahrt genießen. Ein mega Spaß, aber der Aufstieg ist der Horror.

Der nächste Stopp unserer Tour ist auch die Unterkunft für die Nacht. Die Vivonne Bay Lodge. Das allerbeste Hostel unser bisherigen Tour. Die Betten sind bequem. Das ist einiges Wert. Wir haben eine schöne Terasse mit einer unbeschreiblichen Aussicht. Die Kängeruhs grasen direkt vor der Tür und wir können direkt vor der Tür ins Kajak springen und eine Tour auf dem Fluss machen. Genau dazu entscheiden wir uns auch als nächstes. Wir schnappen uns ein schickes 2er Kajak und mit ein paar anderen Mitreisenden erkunden wir Insel vom Fluss aus. Super entspannt! Wir genießen die Sonne und das gepletscher des Wassers, paddeln vor uns hin und dann entdecken wir einen kleinen Koala hoch oben in einer Baumkrone. Der erste wild lebende Koala, den wir in Australien sehen. Schöööön!!!

Zurück in der Lodge genießen wir unser Abendessen und Kangaroo Island- Wein, der irgendwie auch nach Kängeruh schmeckt, also auch wenn die Islander meinen dieser Wein sei mega klasse, so wie alles was von dieser Insel kommt, er ist nicht weiter zu empfehlen.

Nachdem wir das essen genossen haben und erholt sind, von dem schönen aber auch anstrengenden Tag. Gehts nach Einbruch der Dunkelheit zu den Pinguinen. Ausgerüstet mit Taschenlampen, allerdings nicht mit den richtigen Klamotten, es ist nämlich bitter kalt, machen wir uns auf in die Klippen und suchen Pinguine. Tatsächlich haben wir sogar Glück und entdecken welche in den Felsspalten. Zuckersüß.
Einfach einzigartig. So viele Tiere, die wir noch nie zuvor freilebend gesehen haben und so eine unglaublich schöne Landschaft... Wir sind im Paradies. Wirklich!

Nach einer unglaublich erholsamen Nacht, weil unglaublich bequeme Betten. Geht die Tour nach einem ebenfalls unglaublich guten Frühstück für uns weiter. Zunächst schauen wir uns die Koalas heute aus der Nähe an. Auf einem Koala Walk, finden wir alle paar Meter einen kleinen Koala der im Baum sitzt und schläft. Zudem hüpfen überall die kleinen Wallabys um uns herum. Yippie, wir sind in Australien.
Danach geht es zu den Remarkable Rocks, einer einzigartigen Felsformation direkt an der Küste, bevor es im Anschluss zu den Neusseland-Furseals geht, die im Vergleich zu ihren australischen Verwandten unglaublich stinken... aber gut, man muss es ja mal gesehen haben. Außerdem haben die Seehundchen sich auch einen ganz netten Platz zum Wohnen ausgesucht; eine dunkle Grotte in der sie vor den hohen Wellen geschützt sind und die viele Schlafplätze für diese Faultiere bietet.
Der letzte große Stopp unserer Tour ist die Pennington Bay mit einem der schönsten Strände in ganz Australien oder der ganzen Welt? Gott sei Dank hat sich das Wetter in den letzten Stunden so verbessert, dass wir schwimmen gehen können.
Der Strand ist weiß und das Wasser türkis-blau und selbst wenn wir bis zur Brust im Wasser stehen können wir unsere Füße noch klar auf dem Sandboden sehen. Herrlich. Leider geht die Zeit am Beach viel zu schnell vorbei. So müssen wir bald wieder unsere Sachen zusammen packen und fahren zu unserem letzten Stopp unserer wunderschönen Reise auf Kangaroo-Island. Wir besuchen eine Bienenfarm... da wäre ich lieber am Strand geblieben, aber unser Schiff legt auch bald ab. So besuchen wir die Bienchen nur kurz und dann geht's auch schon wieder zum Anleger. Eine herzliche Verabschiedung von Jenn und ab geht es Richtung Adelaide.

Auf der Rückfahrt werden wir die Regeln des Tennis eingewiesen, denn in Melbourne laufen gerade die Australien Open. Die werden auf dem Schiff übertragen und jeder in Australien fiebert mit. Da Katharina und ich beide bisher nicht dem Tennis zugewandt waren, bedarf es hier einem kurzen Brainstorm, damit wir das ganze Theater verstehen. Jeannine eine Schweizerin gibt sich alle Mühe uns die Regeln näher zu bringen und man könnte fast soweit gehen und sagen, dass wir die Regeln verstanden haben. Ganz im Gegensatz zu den Cricket Regeln, die sind einfach nicht zu verstehen...ein ganz komisches Spiel dieses Cricket.

Naja diese Tennisstunde führt jedenfalls letzten Endes dazu, dass wir ein bisschen besessen sind von diesen Australien Open und natürlich jedes Spiel mit Roger Federer verfolgen müssen.

Nachdem wir also zurück in Adelaide sind und uns relativ flott eine neue Couchsurf-Möglichkeit gesucht haben. Bei James und Dan, zwei verrückte aus Evanston (bei Adelaide)) the Place to be (wie sie sagen, in Wirklichkeit aber der Arsch der Welt ist), schauen wir uns regelmäßig Tennis an. Die Aussies sind zum Glück Sport verrückt, so haben die beiden da auch nichts gegen. Wenn die zwei mal nicht da sind und wir in der Stadt unterwegs sind, endet das dann auch schonmal im Pub, weniger wegen dem Bier als wegen der Tennisübertragung.

Naja ansonsten haben wir ein paar nette Tage bei den Jungs, wir verbringen den Australia Day gemeinsam am Strand betätigen uns sportlich. Dies ganz zu Katharinas Leidwesen, denn nachdem die blauen Flecken vom Cliffdiven gerade abgeheilt sind geht der Baseball mit dem wir am Strand spielen buchstäblich ins Auge. Das schimmert kurze Zeit später auch in den schönsten rot und blau Tönen. Katharina hat im Moment wohl ein bisschen das Pech gebucht. Aber sie nimmt's Gott sei Dank sportlich und das MakeUp ist stehts griffbereit :)

Nachdem wir uns bereits vor unserer Reise Nach Kangaroo Island mit der Planung für unsere Tour via Great Ocean Road auseinandergesetzt haben, sind diese nun konkret. Die Crew steht, der Van ist gemietet und der Startschuss fällt am 29.01. Der nächste Bericht folgt also zu unserer Great Ocean Road Tour.

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